1,2 Millionen Euro Schaden

Emmendinger Kripo ermittelt gegen bundesweit aktive Einbrecherbande

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Von Marius Alexander & Tanja Bury

Di, 14. Januar 2020 um 18:19 Uhr

Kreis Emmendingen

Sie agierten wohl bundesweit, schlugen auch in Südbaden zu und hatten ihr Depot wohl in Emmendingen: Sieben Verdächtige einer Einbrecherbande, gegen die die Kripo nun ermittelt.

Die Emmendinger Kriminalpolizei ermittelt gegen sieben Tatverdächtige einer vermutlich bundesweit agierenden Diebesbande. Mit Blechscheren hatten sie sich Zutritt zu gewerblichen Räumen verschafft. So stahlen sie im Februar 2019 in Titisee-Neustadt hochwertige Uhren im Wert von rund 53.000 Euro. Bereits Ende Dezember 2018 hatten sie in Herbolzheim 64 Gewerbespülmaschinen erbeutet. Insgesamt schätzt die Polizei den Schaden auf fast 1,2 Millionen Euro.

Mysteriöser Unfall mit weißem Kastenwagen in Denzlingen

Einen Großteil der Beute hatte die Diebesbande in zwei Containern in Emmendingen deponiert. Auf die Spur der Täter kam die Polizei nach verdeckten Ermittlungen in Göttingen. Nicht fündig wurde die Polizei in Emmendingen nach Aussage von Polizeisprecher Jerry Clark auf der Suche nach noch nicht sichergestellten Uhren aus dem Diebstahl bei Juwelier Drubba in Titisee.

Einen Teil der Beute war in Zusammenhang mit einem etwas mysteriösen Unfall mit einem weißen Kastenwagen in Denzlingen im Februar des vergangenen Jahres sichergestellt worden. Damals wurde auch ein 32-jähriger Tatverdächtiger sowie zwei weitere Begleiter vorläufig festgenommen. Dass der 32-Jährige Teil der Diebesbande sei, sei inzwischen klar, sagte am Dienstag Jerry Clark.

Ermittlungsgruppe "Container" gegründet

Nach der Entdeckung der beiden Container bereits am 1. Oktober 2019 in Emmendigen wurde auch die Wohnung eines 27-jährigen tatverdächtigen Rumänen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald durchsucht. Dort stellte Polizeibeamte verschiedene Tatwerkzeuge sicher. Am 10. Oktober erließ das Amtsgericht Freiburg auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen den 27-Jährigen. Seither sitzt er in Untersuchungshaft.

Kurz darauf bildete die Polizei beim Kriminalkommissariat in Emmendingen, um die komplexen Strukturen der mutmaßlich bandenmäßigen Organisation aufzuklären, eine siebenköpfige Ermittlungsgruppe, die sich "Container" nannte. Inzwischen, so die Polizei in ihrem Bericht vom Dienstag, rechne man der Gruppe einen Einbruch im April 2018 in einer Spedition in Freiburg zu. Damals wurde Elektronik entwendet.

Mit Blechscheren Öffnungen in Lagerräume geschnitten

Am 30. November des selben Jahres wurde bei einem Unternehmen in Teningen abgepackter Kaffee gestohlen. Geschätzter Wert im fünfstelligen Bereich.

Der größte Coup gelang den Tätern nach Erkenntnissen der Polizei am 29. Dezember 2018. In einer Lagerhalle an der Herbolzheimer Sven-Kovacs-Straße erbeuteten die mutmaßlichen Täter 64 Gewerbespülmaschinen.

Den Wert des Diebesguts bezeichnete die Polizei damals mit einem hohen sechsstelligen Bereich. Die Täter hatten es, so die Polizei, ausnahmslos auf gewerbliche Objekte abgesehen. Die Gemeinsamkeit der Fälle liege darin, dass die Täter jeweils mit Blechscheren Öffnungen in Lagerräume schnitten, um ins Innere und an ihre Beute zu gelangen.

Ermittlungen gegen 7 Verdächtige

Die Polizei ermittelt gegen insgesamt sieben Tatverdächtige. Neben dem 27-Jährigen, der sich in Untersuchungshaft befindet, gegen einen 33-jährigen rumänischen Staatsbürger, der zuletzt in einer niedersächsischen Kleinstadt wohnte und mit einem internationalen Haftbefehl gesucht wird.

Der Aufenthalt der anderen Tatverdächtigen ist nach Darstellung der Polizei teilweise noch nicht geklärt. Die Ermittlungen − auch im Wege der Rechtshilfe − dauerten noch an.