Kylie Minogue

POP: Reinster Eskapismus

Sven Meyer

Von Sven Meyer

Sa, 21. November 2020

Rock & Pop

Kylie Minogue, Australiens erfolgreichste Sängerin, huldigt auf ihrem 15. Studioalbum dem unbeschwerten Lebensgefühl endloser Tanznächte. "Disco" ist in Anbetracht der trostlosen Gegenwart reinster Eskapismus, aber ist das nicht ohnehin die Natur von Pop? Trotz ihrer etwas dünnen Stimme schafft es die 52-Jährige über die zwölf Songs durchweg gute Laune zu verbreiten. Der Sound ist eine Hommage an das goldene Zeitalter der Discos, an Dancefloor-Queens wie Donna Summer und Bands wie Bee Gees, Chic und Earth Wind and Fire. Warme Klangfarben, treibende Beats und 70er-Funk-Grooves vermischen sich mit einer angenehmen Grundeuphorie. Ein Über-Hit fehlt, aber Nummern wie das mitreißend-optimistische "Magic", das Abba-esque "Last Chance" oder das ekstatische "Say Something" zünden sofort. Das alles ist weder bahnbrechend noch sonderlich originell, bringt aber Spaß! Schluss mit Trübsal, jetzt wird die Discokugel angebracht und das Wohnzimmer zum Dancefloor!

Kylie Minogue: Disco (Warner).