Buchmesse in Hinterzarten

Preisverleihung mit zwei Siegern

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

So, 08. Mai 2022 um 18:35 Uhr

Hinterzarten

Jasmin Seidel wird bei der ersten Schwarzwälder Buchmesse in Hinterzarten für den Bildband "Lost places im Schwarzwald" ausgezeichnet, Valentin Moritz für "Kein Held: Erinnerungen".

Im Rahmen der ersten Schwarzwald-Buchmesse "Blätterrausch" wurde am Samstag in Hinterzarten erstmals der Buchpreis "Wälderliebling" verliehen. Der mit je 2500 Euro dotierte Preis, den der Verein Wälderleben ausgelobt hat, wird in den Kategorien Sachbuch und Belletristik vergeben. Sieger sind Jasmin Seidel und Valentin Moritz.

Zur Buchmesse "Blätterrausch" waren alle ausstellenden Verlage und Autoren eingeladen, sich um den Buchpreis "Wälderliebling" zu bewerben. Aus über 50 Einreichungen wurden von der Vorjury um Buchhändlerin und Initiatorin der Buchmesse Inge Baeuchle 13 Bücher nominiert. Dann hatte die Hauptjury die "Qual der Wahl", aus den hochwertigen Beiträgen die Siegerin oder den Sieger zu küren. Dieser Jury unter Leitung von Imogen Nabel, Vorstandsmitglied des Vereins Wälderleben gehörten an: Angelika Schindler, Baden-Baden, Redakteurin bei arte im Ruhestand, Klaus Gülker, ehemals Redakteur und Moderator beim SWR Studio Freiburg und vielen durch seine Wandertipps bekannt, und Thorsten Rudolph, Geschäftsführer der Hochschwarzwald Tourismus GmbH.
Nach zwei Sitzungen des Gremiums standen die beiden Sieger fest: Jasmin Seidel erhält den "Wälderliebling"-Sachbuch für den Bildband "Lost places im Schwarzwald". Die Begründung der Jury von Thorsten Rudolph: "Zum Leben gehört auch der Tod und damit die physische Vergänglichkeit. Jasmin Seidel hat es in großartiger Weise und Darstellung geschafft, dem Leser mit Ihrem Werk anhand vieler, teils geschichtsträchtiger Orte im Schwarzwald, dies vor Augen zu führen. Sie zeigt uns Plätze, die außerhalb jeder touristischen Pfade liegen, vielen gar nicht bekannt sind oder schon in Vergessenheit geraten sind. Die eindrucksvollen Fotos zeigen eine morbide Schönheit von einst ursprünglichem und authentischem Lebensraum, ehemals glanzvollen Bauten und verlassenen Zentren der Begegnung der Schwarzwälder, an denen längst der Zahn der Zeit genagt hat und ihrem Schicksal geweiht sind. Beim Betrachten dieses Buches fühlt man sich jedoch mittendrin – Ein spannendes und respektvolles Eintauchen in längst vergessene Zeiten und Plätzen des Schwarzwaldes."

Den "Wälderliebling" für das beste Buch im Bereich Belletristik erhält Valentin Moritz für "Kein Held: Erinnerungen" (Badischer Landwirtschaftsverlag, 2020). Die Begründung der Jury von Klaus Gülker: "Valentin Moritz gelingt es in seinem Buch "Kein Held" auf eine auch sprachlich vielschichtige Art und Weise, Geschichte und Familiengeschichte, Geschichten und Familiengeschichten zu einer eindrucksvollen Collage zu verweben. Indem er von seinem Schwarzwälder Großvater erzählt, einem widerständigen und originellen Charakter, stellt er sich auch seiner eigenen Geschichte. Die Suche nach den Wurzeln, nach Heimat - mit ihren Perspektivwechseln in leichtem Ton geschrieben, berührt dabei viele ernste Themen und zeichnet ein berührendes Bild Schwarzwälder Lebens über die Generationen hinweg – jenseits von Heimattümelei und Nostalgie. Dafür erhält Valentin Moritz den Preis "Wälderliebling"."

Beide Preisträger durften sich neben je 2500 Euro Preisgeld auch über die Siegerskulpturen von der Glasmanufaktur der Familie Drubba freuen.