Immer mehr Elektroschrott

dpa

Von dpa

Sa, 04. Juli 2020

Bildung & Wissen

UN-Bericht 2020.

Wer schon mal vor einem Kreuzfahrtschiff gestanden hat, der weiß: So ein Schiff ist verdammt groß. Und verdammt schwer. Es ist daher kein Zufall, dass die Autoren des "Globalen E-Schrott Monitors 2020" – einer Bestandsaufnahme über das weltweite Problem mit Elektroschrott – diese Meeresgiganten als Vergleichsmaßstab heranziehen. Ihre Rechnung: Man bräuchte 350 Schiffe in der Größe der Queen Mary 2, um all die ausrangierten Monitore, weggeworfenen Handys und entsorgten Kühlschränke aufzuwiegen, die die Menschheit im vergangenen Jahr produziert hat.

Der globale Berg an Elektroschrott wächst immer weiter. So stellt es der Bericht fest, der am Donnerstag veröffentlicht wurde und an dem unter anderem die Universität der Vereinten Nationen mitgeschrieben hat. 2019 seien 53,6 Millionen Tonnen zusammengekommen, was ein Wachstum von 21 Prozent innerhalb von fünf Jahren bedeute. Die Autoren bezeichnen es als Rekord. Und die Prognose sieht nicht anders aus: Im Jahr 2030 seien 74 Millionen Tonnen zu erwarten. Gezählt wird dabei alles, was einen Stecker oder eine Batterie hat.

Dass aus der Menge der Geräte schnell viel Schrott wird, liegt an deren mitunter kurzen Lebensdauer. Hinzu kommt, dass es oft nur unter größten Mühen gelingt, sie bei einem Defekt zu reparieren. Pro Kopf betrachtet führt Europa die Statistik an. 16,2 Kilogramm trug durchschnittlich jeder Europäer 2019 zum E-Schrott-Berg bei. Das Problem ist auch, dass der Großteil auf Müllkippen landet oder verbrannt wird: Nach Berechnungen der UN-Experten wurden 2019 weltweit nur 17,4 Prozent des E-Schrotts wiederverwertet. Dabei schlummern darin noch Materialien wie Gold, Silber, Kupfer oder Platin.