Kritik am Umgang mit der AfD

epd

Von epd

Sa, 14. September 2019

Computer & Medien

ZDF-Fernsehrat unzufrieden mit Landtagswahlsendungen.

Im ZDF-Fernsehrat gibt es Kritik an der Berichterstattung des Senders zu den jüngsten Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg. Mehrere Mitglieder des Aufsichtsgremiums warfen den Verantwortlichen am Freitag bei einer Sitzung in Mainz insbesondere eine zu zurückhaltende Berichterstattung über die AfD vor.

ZDF-Chefredakteur Peter Frey erklärte, der Sender sei sich bewusst, dass der "extremistische Flügel" in der AfD an Einfluss gewinne. In der Öffentlichkeit zeige die Partei zugleich eine "nettere Oberfläche", was Interviews sehr schwierig mache. ZDF-Intendant Thomas Bellut verteidigte die Wahlberichterstattung aus Ostdeutschland ebenfalls. Wahlsendungen seien "per se nicht besonders geeignet, um Populisten zu stellen."

In der Debatte hatte unter anderem der frühere Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) als Vertreter der Bundesregierung bemängelt, Journalisten würden sich oft nicht gründlich auf Gespräche mit AfD-Vertretern vorbereiten. "Es stehenzulassen, dass es sich um eine bürgerliche Partei handelt, ist einfach unerträglich", sagte der stellvertretende Fernsehratsvorsitzende Wilhelm Schmidt, Vertreter der Wohlfahrtsverbände. Ein Vertreter der Umweltverbände kritisierte, das ZDF habe bislang kaum thematisiert, dass die AfD als einzige politische Kraft den menschengemachten Klimawandel leugne. Der Thüringer Staatskanzleichef Benjamin-Immanuel Hoff forderte vom ZDF, bei der Berichterstattung über Ostdeutschland die Lebensleistung seiner Bewohner stärker zu würdigen.

Der ZDF-Fernsehrat wies außerdem mehrere offizielle Programmbeschwerden zurück. So beschloss das Gremium einstimmig bei wenigen Enthaltungen, dass es sich bei der auffälligen Darstellung von BMW-Fahrzeugen in der Krimiserie "In Wahrheit" nicht um Schleichwerbung handele. Die Kameraführung bewege sich "im Rahmen einer dramaturgisch motivierten Bildgestaltung", heißt es in einer Beschlussvorlage des zuständigen Ausschusses. Für die Dreharbeiten hatte BMW dem ZDF einige Fahrzeuge zur Verfügung gestellt. Andere Autos, darunter der BMW-Dienstwagen der Fernsehkommissarin, waren angemietet worden.