Wünsche absichern

Trauerfeier bis Grabgestaltung: Was regeln Bestattungsverfügungen?

dpa

Von dpa

Fr, 24. Januar 2020 um 17:00 Uhr

Liebe & Familie

Nicht immer geht es ums liebe Geld, wenn sich die Hinterbliebenen nach dem Tod eines Angehörigen in die Haare kriegen.

Streit gibt es auch über die Fragen, ob es eine Erd- oder Feuerbestattung sein soll, wie das Grab gestaltet wird oder wer zur Trauerfeier eingeladen wird. Damit es zu solchen Zwistigkeiten erst gar nicht kommt, kann jeder zu Lebzeiten eine Bestattungsverfügung aufsetzen. "Darin formuliert man seine konkreten Wünsche für die eigene Beisetzung", sagt Eberhard Rott, Fachanwalt für Erbrecht aus Bonn. Wer sonst darüber entscheidet, ist nicht immer eindeutig. Klar geregelt ist im Bürgerlichen Gesetzbuch, dass der Erbe die Kosten der Beerdigung trägt. Dem nächsten Angehörigen kommt dagegen das Totenfürsorgerecht zu – also das Recht, über die Art der Beisetzung und die Gestaltung der Grabstätte zu entscheiden, erläutert der Experte der Arbeitsgemeinschaft Testamentsvollstreckung und Vermögensvorsorge.

Wer ist nächster Angehöriger?
Rott nennt zwei Beispiele für Streitfälle: Ein Verheirateter hat aus erster Ehe Kinder. Dürfen diese nun über das Totenfürsorgerecht entscheiden – oder der hinterbliebene Partner aus der zweiten Ehe? Und wie ist es bei Partnern, deren Ehe schon seit vielen Jahren nur noch auf dem Papier besteht? Eine Bestattungsverfügung kann solche Auseinandersetzungen verhindern. "Sie sollte immer schriftlich erfolgen", betont Paul Grötsch vom Deutschen Forum für Erbrecht. Das Schriftstück bedarf keiner besonderen Form. Wichtig sind Datum und Unterschrift. Notariell beurkundet werden muss das Dokument nicht.

Wünsche für Bestattung und Trauerfeier festlegen
In einer Bestattungsverfügung kann zum Beispiel stehen, welche Bestattungsart man sich wünscht: etwa eine Erdbestattung im Reihen-, Wahl- oder in einem Erdgrab, eine Feuerbestattung im Urnengrab oder gar eine See- oder Baumbestattung. Möglich ist auch, dass die eigene Asche auf einer Aschestreuwiese verteilt wird. Zudem kann festgelegt werden, ob eine Trauerrede gehalten werden soll, man religiösen Beistand haben möchte und welche Musik und welchen Blumenschmuck man sich wünscht. Soll nur der engste Familienkreis teilnehmen oder auch Freunde und Bekannte? Sogar der Text für die eigene Todesanzeige kann Bestandteil der Bestattungsverfügung sein.

Finanzierung der Bestattung
"Wichtig ist aber auch dafür zu sorgen, dass die entsprechende Summe für die Umsetzung der Bestattungswünsche zurückgelegt worden ist", erklärt Elke Herrnberger vom Bundesverband Deutscher Bestatter. So können die Angehörigen im Trauerfall entlastet werden. Herrnberger empfiehlt, bei der Bestattungsvorsorge zwischen zwei Lösungen zu wählen. Sicher seien die einmalige und verzinste Einlage in einen sogenannten Bestattungsvorsorge-Treuhandvertrag oder eine Sterbegeldversicherung, die in Raten angespart wird.

Über die Bestattungswünsche sprechen
Bei allem gilt: Über die Wünsche sollte man in der Familie noch zu Lebzeiten sprechen. Und: Die Bestattungsverfügung darf keinesfalls Bestandteil des Testaments sein. "Das nämlich wird erst einige Wochen nach dem Todesfall eröffnet – wenn die Bestattung längst erfolgt ist", warnt Grötsch.
Hilfe in Krisen

Telefonseelsorge
Rund um die Uhr ist die Telefonseelsorge kostenfrei erreichbar für Menschen in Notsituationen, Krisen oder alltäglichen Belastungen.
Tel. 0800/111 0 111 oder 0800/111 0 222
http://www.telefonseelsorge.de

Arbeitskreis Leben (AKL)
Beratungsstelle für suizidgefährdete Menschen, Menschen in Lebenskrisen und Hinterbliebene nach Suizid
Tel. 0761/3 33 88, Mo., Mi., Fr.: 10–13 Uhr; Di., Do. 14–16 Uhr
https://www.ak-leben.de