Fluchtpunkt

Auszeit im Wiener Kaffeehaus

Claudia Diemar

Von Claudia Diemar

Mi, 11. Dezember 2019 um 16:48 Uhr

Reise

Ankommen, durchschnaufen und einen Kaffee genießen: So schön ist die Wiener Kaffeehauskultur.

Wien im nasskalten Dezember: Draußen fällt Regen, der fast schon in Schnee übergeht. Er gerinnt auf dem Pflaster zu matschiger Pampe und zwingt die Fußgänger dazu, die Schritte über die Pfützen wie in Zeitlupe zu setzen. Die beste Zuflucht bei diesem Wetter ist das Kaffeehaus, das in der österreichischen Kapitale nun Hochsaison hat. Ein richtiges Kaffeehaus hat stets männliche Kellner, die in vornehmes Schwarz gekleidet sind und ein "Mascherl" (also eine Fliege) tragen, als gingen sie in die Staatsoper. Rund 700 Kaffeehäuser (bitte immer mit Betonung auf der zweiten Silbe aussprechen) finden sich in Wien. Dutzende dieser öffentlichen Salons der Walzerstadt wirken noch heute wie Filmkulissen aus der Belle Epoque mit Kronleuchtern und viel Plüsch. Legendär sind etwa das Hawelka, das Café Bräunerhof oder das Café Central. Weniger bekannt, aber äußerst heimelig ist das Café Korb, wo sich einst die von Freud initiierte "Mittwoch-Gesellschaft" traf, ein ehrenwerter Kreis im Dienste der Psychoanalyse.

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Autoren der Badischen Zeitung

über ihre Lieblingsplätze.