Fluchtpunkt

Ein letzter Moment Normalität in Münster

Ronja Vattes

Von Ronja Vattes

Fr, 20. März 2020 um 19:26 Uhr

Reise

Wie schlimm wird sie werden – die Corona-Krise? Anfang März stehen wir gemischten Gefühlen in der Altstadt von Münster. Die Menschen bewundern verträumt die historischen Häuser, gucken sich die Drehorte des Tatorts Münster mit Boerne und Thiel an, trinken Kaffee – und desinfizieren sich verstohlen die Hände. Wir hatten lange gezögert: Sollen wir wirklich fahren? Doch die Tante feiert ihren 90. Geburtstag, noch ist das Ansteckungsrisiko gering. Wer weiß, wie viele Gelegenheiten es gibt, sich noch einmal zu sehen? Und so besuchen wir nun doch, wenn auch in gebührendem Abstand zueinander und mit den Ellenbogen die Türklinken öffnend auch den Dom, staunen über dessen lichte Helligkeit, die wunderschöne Fensterblume – und wundern uns, wie dichtgedrängt der Markt davor seinen üblichen Lauf nimmt. Wir machen lieber einen Bogen, versuchen uns abseits der Menschentrauben zu bewegen. Es hat aufgehört zu regnen, die Sonne scheint. Herrlich! Ein letzter Moment der Normalität. Für lange Zeit.

An dieser Stelle schreiben Autoren der Badischen Zeitung über ihre Lieblingsplätze.