Freiburg

Mütter werden bei Ratssitzung in Hochdorf ihren Frust über fehlende Betreuungsplätze los

Daniela Frahm

Von Daniela Frahm

Mi, 26. Juni 2019 um 15:44 Uhr

Hochdorf

In der ersten Hochdorfer Ortschaftsratsitzung nach den Pfingstferien herrscht eine aufgeheizte Stimmung. Der Ortsvorsteher berichtet von einem Gespräch mit Oberbürgermeister Martin Horn.

Einige Mütter wollten ihren Frust über fehlende Plätze für die Schulkindbetreuung loswerden, und Ortsvorsteher Christoph Lang-Jakob war verärgert über einen kurzfristig eingegangenen Vertagungsantrag zur Zukunft des Rathauses und des Michael-Denzlinger-Hauses, worüber letztlich doch gesprochen wurde. Weitere Themen waren die Kita-Planung und ein Projekt für Seniorenwohnen.

Vertagungsantrag der CDU-Fraktion stößt auf Kritik

Nicht nur bei Christoph Lang-Jakob (Grüne Liste Hochdorf), auch bei einigen anderen Räten löste der Vertagungsantrag der CDU-Fraktion und einem Teil der Freien Wähler großes Unverständnis aus. Diese wollten über die Zukunft des Rathauses und einen möglichen Umzug in ein saniertes Michael-Denzlinger-Haus erst wieder sprechen, wenn der neu gewählte Ortschaftsrat im Amt ist. Die Begründungen, dass vier Räte "bei dem wichtigen Thema fehlen" (Adalbert Mehler, CDU) und "keine neuen Fakten vorliegen" (Robert Mathis, FW) bezeichnete Rudolf Schey (SPD) als "Kindergarten", und der Ortsvorsteher sah darin Nachwehen des Wahlkampfes, in dem die CDU erklärt hatte, sie sehe das Rathaus doch als sanierungswürdig an.

Schey mahnte, "dass uns wichtige Informationen flöten gehen", da Lang-Jakob in der Zwischenzeit ein Gespräch mit Oberbürgermeister Martin Horn und Baubürgermeister Martin Haag hatte und als Ortsvorsteher bald aus dem Amt scheidet. Nachdem nur die beiden anwesenden CDU-Vertreter (Mehler und Cornelia Bruder) und Mathis für die Vertagung stimmten, berichtete Lang-Jakob, dass beide Bürgermeister das Rathaus für "nicht sanierungs- und zukunftsfähig" halten.

Mögliche Baukosten von 3 Millionen Euro in mittelfristige Planung aufgenommen

Im September 2017 war bereits eine Machbarkeitsstudie zur Sanierung des Michael-Denzlinger-Hauses im Rat vorgestellt worden, die von Kosten zwischen 2,1 und 2,9 Millionen Euro für drei verschiedene Varianten ausging. Neu ist nun, dass nach dem Besuch der Bürgermeister sowohl eine Planungsrate von 240.000 Euro als auch mögliche Baukosten von 3 Millionen Euro in die mittelfristige Planung aufgenommen wurden, sagte Lang-Jakob, der das "freudig zur Kenntnis genommen" hat. Genauso sahen das auch sechs Räte, die dem zustimmten. Die drei Räte, die für eine Vertagung waren, enthielten sich.

Keinen Diskussionsbedarf gab es bei der Bedarfsplanung für die Kita- und Kindergartenplätze, die Birte Krüger vom zuständigen Amt vorstellte. Lang-Jakob lobte die Fortschritte beim Ausbau, wies jedoch darauf hin, dass Hochdorf bei den Versorgungsquoten (39,6 Prozent bei den Unter-Dreijährigen und 82 Prozent bei Kindergartenkindern) hinter vielen anderen Stadtteilen liegen würde.

Die Mütter in den voll besetzten Zuhörerreihen waren jedoch wegen eines anderen Problems da. Sie beklagten sich, dass 18 von ihnen für das kommende Schuljahr keinen Platz für die Schulkindbetreuung bekommen hätten. "Da hat sich Frust aufgestaut", sagte eine von ihnen, die auch schon mit den zuständigen Ämtern gesprochen hat. Um das Problem zu lösen, sollen Bauwagen aufgestellt werden, die aber möglicherweise nicht rechtzeitig kommen. Lang-Jakob versprach Unterstützung, forderte die Eltern aber auch auf, selbst weiter Druck zu machen, da er nur wenig ausrichten könne.

Projekt Senioreneinrichtung Fuhrmannsgasse stockt

Die älteren unter den Zuhörern waren hingegen wegen der geplanten Senioreneinrichtung an der Fuhrmannsgasse gekommen, die der Ortsvorsteher erneut auf die Tagesordnung setzte, weil sich bei der Stadt in dieser Hinsicht zu wenig bewege. Inhaltlich gab es kaum etwas Neues, das Projektentwickler Michael Busam im Vergleich zu seinem letzten Besuch im Juni 2017 erzählen konnte. Er möchte mit Architekt Ferdinand Merkenthaler eine Bauvoranfrage stellen, sei jedoch von der Stadt mehrfach vertröstet worden. Den anwesenden Nachbarn, die offensichtlich Bedenken bezüglich des Baus haben, versprach er eine frühzeitige Einbindung und Einsicht in die Pläne, vom Ortschaftsrat erbat er sich Unterstützung.

Außerdem beschloss der Ortschaftsrat einstimmig, die Gemeinschaft örtlicher Vereine (GÖV), die für einen festen Stromanschluss für den Waldhock-Platz eine Investition von insgesamt 14 500 Euro zu stemmen hat, mit weiteren 3000 Euro zu unterstützen. Und Lang-Jakob forderte die Räte auf, bis zur nächsten Sitzung Vorschläge für weitere Sitzbänke einzureichen, die zum Stadtjubiläum aufgestellt werden könnten.
Dauer: 2 Stunden, 30 Minuten.
Teilnehmer: 10 der 14 Räte.
Zuhörer: 23.

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