Brand in Landwasser

Rauch aus dem Siphon löste Großeinsatz am Freiburger Diakoniekrankenhaus aus

Manuel Fritsch

Von Manuel Fritsch

Do, 07. Mai 2020 um 11:09 Uhr

Freiburg

Patienten waren nicht in Gefahr, aber die Suche nach der Brandursache gestaltete sich schwierig: 70 Feuerwehrleute waren am Donnerstag in Landwasser im Einsatz. Der Brandherd lag im Abwassersystem.

Um 8.18 Uhr war die Brandmeldeanlage losgegangen, kurz darauf wurde auch ein telefonischer Notruf abgesetzt: In mehreren Bereichen des Hauses war Rauch zu sehen. Dieser kam wohl aus dem Abwassersystem. In dem Pflegearbeitsraum, in dem der Rauch zuerst aufgefallen war, sei er aus dem Siphon gekommen, wie der kaufmännische Direktor des Hauses, Michael Decker, erzählt.

"Wer in seinem Zimmer war, hat gar nichts von dem Einsatz mitbekommen" Alexander Kistler
Laut Friedrich Koch, Amtsleiter vom Dienst der Freiburger Berufsfeuerwehr, stiegen Einsatzkräfte mit der Drehleiter auf das Dach des Krankenhauses und fluteten dort zwei Belüftungsanschlüsse der Abwasseranlage mit Wasser. Daraufhin sei die Rauchentwicklung zwar zurückgegangen, doch der Brandherd war noch nicht gefunden. Er habe aber auf das vierte Obergeschoss eingegrenzt werden können. Daher rückte zusätzlich zu den rund 70 Einsatzkräften von Feuerwehren und Rettungsdiensten die Badenova mit einem Kamerawagen an, um die Abwasserleitungen zu untersuchen. In einem Abwasserrohr wurde laut Feuerwehr ein glimmender Gegenstand gefunden, der den Rauch verursacht hatte. Eine Fachfirma soll die Rohre nochmals kontrollieren.

Narkose musste verlängert werden

Während die zwölf Patienten, die ihre Zimmer verlassen mussten, zu keiner Zeit in Gefahr waren, musste bei drei Patienten eine schwierigere Entscheidung getroffen werden. Diese hätten am Morgen operiert werden sollen und waren bereits in der Narkose, als der Alarm losging. Da nicht sicher war, ob die Eingriffe wie geplant stattfinden konnten, wurden sie erst einmal weiter unter Narkose gehalten. "Das ist natürlich ein misslicher Zustand für die Patienten", sagt der leitende Notarzt Frank Koberne. Schließlich wurde gegen 11 Uhr entschieden, mit den Operationen zu beginnen. Grund zur Sorge habe aber auch bei den drei Patienten zu keiner Zeit bestanden, betont Koberne.

Alexander Kistler berichtet, er habe mehr oder weniger zufällig den Einsatz mitbekommen. Er hatte am Vortag einen Eingriff und befand sich daher im Krankenhaus, als er Feuerwehrleute in den Gängen sah. "Wer in seinem Zimmer war, hat gar nichts von dem Einsatz mitbekommen", sagt er. Die einzige Einschränkung für ihn als Patient sei nun, dass die Fahrstühle nicht funktionierten. "Das ist sehr unpraktisch für die Angestellten, die jetzt das Essen per pedes verteilen müssen."