Rickenbach

Schüler pflanzen 400 Bäume am Hinteren Heuberg

Gerd Leutenecker

Von Gerd Leutenecker

Fr, 12. April 2019 um 18:00 Uhr

Rickenbach

Die Naturparkschule Rickenbach setzt eine Baumpflanzaktion in die Tat um und die Luftsportgemeinschaft Hotzenwald steuert das Vesper bei.

Am Hinteren Heuberg hat die Naturparkschule Rickenbach 400 Bäume frisch gepflanzt. Die Grundschule setzt damit ihren Sachkundeunterricht praktisch um. Wobei die Idee für das Projekt im Gemeinderat zusammen mit Revierförster Werner Gebhardt geboren wurde. Bürgermeister Dietmar Zäpernick und Gemeinderat Peter Kermisch griffen beherzt zu Spaten und Pickel – einige Neupflanzungen gehen auf ihr Konto.

Mittwochmorgen, die dritten und Teile der vierten Klasse treffen sich am Segelflugplatz in Hütten. Regnerisches trübes Nebelwetter, aber die Schüler sind bestens ausgerüstet und für den kommenden Außenunterricht gewappnet. Klar kennen die 58 Schüler ihr Vorhaben. Hier und da wird geflissentlich über den ‚Friday for Futur‘ und die Initiative ‚Plant for the Planet‘ geredet.

Revierförster Werner Gebhardt zeigt anschaulich erst einmal die ausgewählten Bäume für die Bepflanzung. Natürlich kommen die Vorzüge und kleinen Geschichten zu den Baumarten: "Das ist der Baum des Jahres, wer kennt ihn?", Gebhardt hält eine zarte Ulme in die Runde. Bei der Weißtanne kommen die Schüler gleich direkt näher.

"Hochstreichen, dann sieht man doch das Weiße an den Nadeln", tuschelt eine kompetente Schülerin gleich zur Klassenkameradin. Als robuste Alternative zur Fichte wird die Douglasie vorgezogen. Eiche, Bergahorn, Winterlinde, Spitzahorn und die besondere unter den Nadelbäumen, die Lärche, wurden ausgewählt. Da fängt es aber schon an. Acht Bäume, acht Namen – Gebhardt zeigt auch die Wurzeln dazu. "Eigentlich egal, was das für Bäume sind. Wir pflanzen jetzt auch einen Freundschaftsbaum", klingt es lauthals von einer kleinen Mädchengruppe.

Der Themenkomplex Wald-Bäume-Umwelt wurde im großen Umfeld des Sachunterrichts und mit den Kernzielen als Naturparkschule unterrichtet. Die große Biologie und die generelle Umweltproblematik blieben erst einmal außen vor. Lehrerin Marion Kaltenbach geht fachdidaktisch an das Thema heran.

Waldsterben, Borkenkäferplage oder Klimawandel werde schon unterschwellig beigebracht. Vornehmlich steht jedoch der Wissenserwerb im Themenkomplex Wald-Bäume-Umwelt im Vordergrund. "Und den Kindern macht das doch sichtlich Spaß, gemeinsam am Hang" runter nach Wehr, junge Bäume zu pflanzen, so Kaltenbach. Im Team und der Kleingruppe, mit Unterstützung einiger Eltern und Großeltern, wurden die Bäume inklusive Verbissschutz im künftigen Mischwald gepflanzt.

Bei der anschließenden Verköstigung, die die Luftsportgemeinschaft Hotzenwald organisierte, bleibt das Erlebte noch Thema. Jolina und Xenia sind stolz darauf, zehn Bäume gepflanzt zu haben. "Und einer bleibt unser Freundschaftsbaum", kommt gleich noch von Leonie hinzu. Revierförster Gebhardt lächelt in die Runde. "Den Baum könnt ihr noch euren Enkeln zeigen."