Tourismus im Hotzenwald

Wandern im Hotzenwald liegt weiter im Trend

Michael Krug

Von Michael Krug

Do, 14. November 2019 um 17:00 Uhr

Rickenbach

Ein neuer Premiumwanderweg in Rickenbach soll die Attraktivität des Hotzenwalds als Wander-Eldorado steigern. Dazu werden auch viele Touren neu beschrieben und fotografiert.

Mit einem leichten Minus wird die Hotzenwald Tourismus GmbH das kommende Jahr abschließen. Geschäftsführerin Nicola Vonhof stellte in der Rickenbacher Gemeinderatssitzung das Budget für 2020 und die Projekte vor.

An vielen Stellschrauben drehen die Touristiker der Ferienwelt, um das Gebiet für Urlauber interessant zu machen. Nicola Vonhof, Geschäftsführerin der Hotzenwald Tourismus GmbH, stellte in der Sitzung des Rickenbacher Gemeinderats die Projekte vor. Unter anderem werde bald eine Neuauflage eines Flyers für Selbstvermarkter aufgelegt.

Am heutigen Donnerstag lädt die Gemeinde Rickenbach außerdem zur Vorstellung des Projekts "Premiumwanderweg" ein. Nach eineinhalb Jahren der Planungen und vor allem Umplanungen sei nun eine Wegroute im Bereich Bergalingen, Jungholz und Hütten gefunden worden, die den hohen Ansprüchen eines Premiumwanderwegs genügen. Die Zertifizierung ist dabei ein wichtiger Baustein, denn nur dann erhält die Gemeinde Fördergelder und kann das Projekt überhaupt umsetzen. Beginn der Veranstaltung im Bürgersaal Bergalingen ist heute um 20 Uhr.

Wandern ist auch im Internet ein großes Thema. Auf dem Tourenportal der Ferienwelt (http://www.touren-südschwarzwald.de werden die Wanderwege auf dem Hotzenwald vorgestellt. Um die Präsentation zu verbessern, hat die Ferienwelt jemanden gesucht, der die Wege abgeht, fotografiert und beschreibt. "Da sind wir auf einen Autor gestoßen, der Erfahrung in diesem Bereich hat", freute sich Nicola Vonhof, vor allem aber darüber, dass dessen Angebot preislich hervorragend ist. Der überarbeite jetzt 30 Touren, geht sie ab, fotografiert und beschreibt die Touren – ein "Rundum-sorglos-Paket zu einem sensationellen Preis", nannte Nicola Vonhof das. Pro Gemeinde werde man aber nicht mehr als zehn Touren auf das Portal stellen, maximal sollen dort 150 Touren einsehbar sein.

Die Ferienwelt wird sich kommendes Jahr auch auf der Regio-Messe in Lörrach präsentieren. Man habe mit der Messeleitung einen Weg gefunden, die touristischen Angebote zu bündeln. Die Messe, die vom 14. März bis 22. März in Lörrach stattfindet, wird laut Nicola Vonhof ein echtes Touristikwochenende anbieten, an dem sich die Gemeinden und Verbände präsentieren können. "Die Ferienwelt wird mit einem recht großen Stand vor Ort sein", kündigte die Geschäftsführerin an.

Timo Häßle (Freie Wähler) wollte angesichts der Budgetplanungen wissen, ob die Zuschüsse der Gemeinden nicht gleich verteilt werden sollten, schließlich profitierten ja alle gleichermaßen von der Arbeit der Hotzenwald Tourismus GmbH. Bislang zahlt die Gemeinde Görwihl die Hälfte von dem, was Rickenbach und Herrischried zahlen (17500 zu jeweils 35000 Euro). Dieses System habe sich bewährt, entgegnete Nicola Vonhof, und betonte, dass sie daran nicht gerne rütteln würde.

Manfred Eckert (CDU) erkundigte sich über die Online-Buchbarkeit der neun Ferienwohnungen in Rickenbach. Diese würde nicht einwandfrei funktionieren. Einige von ihnen seien einfach noch nicht online buchbar, entgegnete Nicola Vonhof. Außerdem wünschten einige Anbieter immer noch den persönlichen Kontakt mit ihren potentiellen Feriengästen.

Zum Angebot an Mountainbiketouren, das Eckerts Meinung nach zu gering sei und sich nur auf wenige Touren rund um Herrischried beschränke, gab die Geschäftsführerin zu bedenken, dass es ein grundsätzliches Problem sei, eine Genehmigung für solche Tourenstrecken zu bekommen. Es müssten eine ganze Reihe von Vorschriften erfüllt werden und viele Behörden hätten ein Mitspracherecht. Ein Kollege aus dem Nordschwarzwald arbeite seit vier Jahren daran, die Genehmigung für eine Strecke zu bekommen, gab Nicola Vonhof als Beispiel.

Ein neues Angebot sei das Trekking-Camp, erklärte sie auf Anfrage von Margrit Eckert-Schneider (Grüne). Das komme dem Trend zu campen entgegen. Im Wald allerdings sei das Zelten nicht erlaubt, übernachten aber schon. Ein Trekking-Camp biete auf einer speziell festgelegten Fläche fünf Zeltplätze an, die gegen eine Gebühr von zehn Euro die Nacht nach Anmeldung benutzt werden dürften.

Als Infrastruktur sei auch ein Kompost-WC vorgesehen, ein sogenannter Kümmerer soll sich auf 450-Euro-Basis um den Platz kümmern. Derzeit sind Trekkingcamps in Dachsberg, St. Blasien und Göschweiler entlang des Albsteigs und des Schluchtensteigs geplant, in Bernau wird noch um einen geeigneten Standort gerungen. Der Naturpark Südschwarzwald habe Interesse und fördere diese Projekte, so Nicola Vonhof. Eine konkrete Planung für Rickenbach aber wurde am Dienstagabend nicht bekannt.