Riedern mit Schild und Schwert erobert

Elisabeth Baumeister

Von Elisabeth Baumeister

Di, 25. Juni 2019

Ühlingen-Birkendorf

Mittelaltermarkt auf dem Klostergelände lockt mit historischem Ambiente / Spielleute sorgen für Kurzweil der Besucher.

ÜHLINGEN-RIEDERN AM WALD. Mit Kanonenfeuer wurde der 5. Mittelaltermarkt auf dem Klostergelände in Riedern am Wald von den Kanonieren der Gemeinde Ühlingen-Birkendorf und den Klettgaukanonieren, auf Kommando von Bruno Gromann, eingeschossen. Das Organisationsteam hatte die Gäste zu einer ersten Begrüßung zum Feldlager im Pfarrgarten eingeladen.

Neun Kanonen waren sich vor der Pfarrkirche St. Leodegar aufgestellt, dazu und Träger von Handfeuerwaffen, so viele, wie noch nie zuvor. Den Einzug auf das Festgelände führten die "Spielleut Skadefryd" an, gefolgt von den Organisatoren, Bürgermeister Tobias Gantert, den Ortsvorstehern Albert Baumeister (Riedern) und Christoph Wehle (Hürrlingen) und allerlei Gefolge.

Tobias Gantert dankte den teilnehmenden Vereinen, ganz besonders den Organisatoren, allen voran der Familie Thiel, für den Einsatz an diesem Spektakulum. Gemeinsam wurde das Fass angestochen, und mit einem Schlag floss das Freibier. Die "Spielleut Skadefryd" gaben vor einem begeisterten Publikum ein kleines Eröffnungskonzert. "Habt Dank für euer Handgeklapper", so der Bandleader.

Schon sehr bald hatte das ehrbare alte Handwerk auf dem Festgelände die interessierten Besucher in seinen Bann gezogen. Der vordere, allerdings barocke, Klostergarten bot ein buntes Bild wie aus früheren Zeiten. Den Frauen am Spinnrad, einem Korbmacher, einer Ledernäherin und einem Steinmetz konnte man über die Schultern schauen. Ganz besondere Düfte gingen von der "Seifensyderey" und den Kräuterständen aus. Selbstgemachte Köstlichkeiten gab es auch beim Klosterladen und am Käsestand. Im Innenhof hatten zwei Schmiede eine Esse aufgebaut und das fast vergessene Handwerk am Amboss vorgeführt. Bei der Theatergemeinschaft "Zeitschleuse" konnte das Theaterschiff "Rouenaise" besichtigt werden. Am Stand mit Holzspielwaren kamen vor allem die kleinen Buben ins Schwärmen, sie wollten mit Schild und Schwert zu echten Rittern werden. Bertram der Wanderer hatte es den Kinder mit seinen beinahe unglaublichen Geschichten besonders angetan.

Die Klänge der Band "Runeas", die auf dem Festgelände aufspielte, gehören unbestritten zum Mittelalter-Feeling dazu, ebenso die Tanzaufführungen der Tanzmägde "Springkraut". Es gab eine Vielfalt an Speisen und eine riesige Auswahl an Torten. Hungrig musste höchstens derjenige nach Hause, der sich nicht entscheiden konnte, was er essen mochte. Umgeben von liebevoll geschmückten Ständen konnte man alles unter Dach genießen. Das war umso besser, als am Samstagnachmittag für drei Stunden eine Regenfront über das Festgelände zog. Aber echte Mittelalter-Freaks trotzen jedem Wetter, und rechtzeitig zum Abendprogramm schien die Sonne.

So konnte die Szeneband "Metusa" mit ihrem unbeschreiblich tollen Konzert das Publikum begeistern. Anstatt der geforderten Zugaben bei der Feuershow von "Grisu Alam" wurde die Aufmerksamkeit vom Publikum spontan auf das prächtige Feuerwerk über dem Klosterhimmel gelenkt, das den Zapfenstreich angekündigt hatte.

Am Sonntag nahm das Treiben bei bestem Wetter seinen Lauf. Das barrierefreie Festgelände wird vor allem von Familien mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrern sehr geschätzt. "Die Stimmung war gut. Das Interesse der Leuten ist super. Wir sind zufrieden. Wirtschaftlich haben wir erst später einen Überblick," so Andreas Thiel.