Fischschutz

Landratsamt untersagt Wiesenwässerung bei Rheinhausen

Adelbert Mutz

Von Adelbert Mutz

Do, 18. Juli 2019 um 12:15 Uhr

Ringsheim

Der Bau eines dritten Tiefbaubrunnens erfordert ökologische Ausgleichsmaßnahmen. Der Wasserversorgungsverband Südliche Ortenau muss jetzt bei den Maßnahmen nachbessern.

Das Landratsamt Emmendingen hat den Wasserversorgungsverband Südliche Ortenau Ringsheim/Ettenheim (WVV SO) darauf hingewiesen, dass die Wässerung der neuen Ersatzflächen mit 16,8 Hektar entlang der Landesstraße zwischen Herbolzheim und Rheinhausen nicht rechtskonform ist. Das Auslassbauwerk an der Elz bei der EnBW ist demnach nicht fischgerecht gestaltet. Nun muss nachgebessert werden.

Schutz von Fischen nicht gewährleistet

Die Ausweisung der Wässerungsersatzflächen im Bereich des Heuweggrabens, entlang der Landstraße, auf Höhe der EnBW, einschließlich eines Teilrückbaus des Heuweges (K 5351) waren Bedingungen für die Inbetriebnahme des dritten Tiefbrunnens West auf den Elzwiesen, rund 500 Meter südlich des Hotel Colosseo. Dort fielen wegen des ausgewiesenen Wasserschutzgebietes Wiesenflächen für die Wässerung weg. Der Wasserverband erfüllte inzwischen die Bedingungen des Regierungspräsidiums. Die Probewässerung der Ersatzflächen hatte bereits begonnen, als das Landratsamt mündlich darauf hinwies, dass die Wässerung so noch nicht zulässig ist. Das Landratsamt sieht den Fischschutz als nicht gewährleistet an, teilte der Verbandsvorsitzende, Ringsheims Bürgermeister Pascal Weber, in der Sitzung am Dienstagabend mit.

Der Verband muss nun an der Auslassstelle der Elz bei der EnBW Vorsorge treffen, dass kleine Fische nicht in das Wässerungsgebiet gelangen. Ein Gitter mit Rundstäben im Abstand von je zehn Millimetern soll das verhindern. Wiesenwässerungsmeister und Verbandsmitglied Martin Weber (Ringsheim) äußerte Bedenken zur praktischen Umsetzung, weil Treibgut das Gitter verstopfen werde. Die Lösung: Mit einem zusätzlich angebrachten Rechen soll das Treibgut händisch entfernt werden.

Fressen und gefressen werden

Weit mehr als eine Million Euro hat der Verband bereits in den Bau des dritten Tiefbrunnens und in ökologische Ausgleichsmaßnahmen investiert. Die Kosten der Optimierung der Auslassstelle teilen sich der Wasserversorgungsverband und das Regierungspräsidium mit jeweils 6000 Euro. 150 Jahre habe die Wiesenwässerung funktioniert, sagte Martin Weber, auf der Wiese gelte der Grundsatz "fressen und gefressen werden". Dennoch müsste die Maßnahme bis zur dreiwöchigen Sommerwässerung abgeschlossen sein. Ob das Ganze funktioniert, wird der Praxistest zeigen. Die Ringsheimer Metallbaufirma Person wurde mit dem Bau des Fischgitters, einschließlich eines Rechens, beauftragt.

Die Sicherung der Wasserversorgung auch für Notfälle ist ein Gemeinschaftsanliegen beider Wasserverbände in der südlichen Ortenau. Für den Versorgungsbereich des Wasserversorgungsverbandes Südliche Ortenau bestehen Unterschiede in der Verteilung und der Zusammensetzung des Trinkwassers. Zur Sicherung der Qualität hat der Verband das Technologiezentrum Wasser in Karlsruhe mit der Erarbeitung von Handlungsplänen für den Versorgungsbereich beauftragt. Das Honorar von 28500 Euro wird von den Gemeinden Ringsheim, Ettenheim und Mahlberg anteilig der Jahresfördermenge getragen. Die Gemeinde Rust ist nicht beteiligt, sie hat selbst eine Strukturanalyse in Auftrag gegeben.

Zusätzliche Notverbindung

Um die Versorgungssicherheit der Gemeinden beider Verbände weiter zu optimieren, wird eine zusätzliche Notverbindung vom Tiefbrunnen Nordwest in Richtung der Versorgungsgruppe Ost (Ringsheim, Ettenheim, Malberg) hergestellt. Der Auftrag ging an die Firmen Sülzle-Kopf aus Sulz am Neckar (rund 8500 Euro) und Eliquo-Stulz aus Grafenhausen im Schwarzwald (rund 7200 Euro).

Der Anschluss des Wasserparks an die Wasserversorgung ist zu 97 Prozent hergestellt, informierte Philipp Höger vom Ingenieurbüro Zink. Dies sei auch erforderlich, sagte Verbandsvorsitzender Pascal Weber, denn mit Beginn des Badebetriebs im November werde ein zusätzlicher Großabnehmer zu bedienen sein. Rusts Bürgermeister Kai-Achim Klare, zugleich Vorsitzender des WVV Rust-Kappel-Grafenhausen, hob hervor, dass die Bündelung der Maßnahme zur Versorgung des Wasserparks beim WVV SO der richtige Weg gewesen sei.