RKI besorgt wegen mehr Corona-Fällen

dpa

Von dpa

Mi, 29. Juli 2020

Deutschland

Der Leiter des Robert-Koch-Instituts macht eine zunehmende Nachlässigkeit der Menschen aus.

Eine steigende Zahl an neugemeldeten Corona-Fällen lässt das Robert-Koch-Institut (RKI) eine Trendumkehr in Deutschland befürchten. In den vergangenen sieben Tagen seien 3611 Infektionen gemeldet worden, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Die Entwicklung bereite "große Sorgen". Es gebe mehr Infektionen, weil viele Menschen nachlässig seien und etwa die Abstandsregeln nicht einhielten. Bis vor einiger Zeit habe man es geschafft, die Fallzahlen stabil bei täglich neu gemeldeten 300 bis 500 Fällen zu halten. Am Freitag indes kamen 815 Fälle hinzu, am Samstag mehr als 700 und am Dienstag mehr als 600.

Anders als bei einzelnen großen Ausbrüchen wie beim Schlachtbetrieb Tönnies in NRW sei die Lage derzeit diffus, so RKI-Expertin Ute Rexroth. Zu Übertragungen komme es "wirklich überall": bei Familienfeiern, am Arbeitsplatz, in Gemeinschaftsunterkünften, Altenheimen und Einrichtungen des Gesundheitswesens. Auch wenn Fälle von Reiserückkehrern verzeichnet würden, habe sich der größte Teil der Betroffenen in Deutschland angesteckt. Nach einer Trauerfeier in Schwäbisch Gmünd stieg die Zahl der Infizierten derweil auf 58.