Green Day

ROCK : Einfach mal Spaß haben

Stefan Rother

Von Stefan Rother

Mi, 12. Februar 2020

Rock & Pop

Punkrock-Konzeptalben wie "American Idiot" zu ersinnen, ist auf anstrengend. Genau wie in drei Monaten drei komplette Alben rauszuhauen wie bei "¡Uno! ¡Dos! ¡Tré!". Daher setzen Green Day bei ihrem 13. Studioalbum nun auf Reduktion: Zehn Songs in 26 Minuten Spielzeit, da hätten sogar die Ramones "Ganz schön kurz" gemurmelt. Das zweite Motto heißt: Spaß! Anstatt sich mit den Verwüstungen der amerikanischen Seele auseinanderzusetzen, gibt es Titel wie das alberne "I Was a Teenage Teenager" – dessen guter Laune man sich kaum entziehen kann. Leitlinie Nummer 3 heißt Abwechslung, es wird bei diversen Genres geborgt, teils sogar direkt: "Oh Yeah!" sampelt die Glamrock-Hymne "Do You Wanna Touch Me". "Stab You in the Heart" hat frappierende Ähnlichkeiten mit Chan Romeros "Hippy Hippy Shake". Und für "Junkies on a High" zitieren sie sich schließlich selbst und klingen in den Strophen wie "Boulevard of Broken Dreams". So ist die kurzweilige Platte kein Werk für die Ewigkeit, bietet aber Songs, die bei den Festivalauftritten bei Rock am Ring und im Park sicher bestens funktionieren.

Green Day: Father of All Motherfuckers (WMG)