Jazz

Der Trompeter Herbert Joos ist tot

Peter Disch

Von Peter Disch

Sa, 07. Dezember 2019 um 22:37 Uhr

Rock & Pop

Er zählte zu den deutschen Jazzmusikern von Rang, sein Klang war unverwechselbar. Nun ist der in Trompeter, Flügelhornist und Komponist Herbert Joos im Alter von 79 gestorben.

Das hat der Pianist Patrick Bebelaar gegenüber der Badischen Zeitung bestätigt. Bebelaar spielte über die Jahre immer wieder mit Joos zusammen, so auch im Januar 2017 in Stuttgart, als der Bläser mit dem Landesjazzpreis in der Kategorie "Sonderpreis für das Lebenswerk" ausgezeichnet wurde. Kunststaatssekretärin Petra Olschowski würdigte Joos damals als "einen Meister des Schönen, des Atmosphärischen, des Erzählens, der feinen Melancholie, aber auch der menschlichen Fragilität. Seine Kompositionen zeichnen sich durch eine ganz eigene Magie und einen besonderen Klang, einen unverkennbaren, warmen, sinnlichen und vielfältigen Ton aus."

Herbert Joos studierte Ende der 1950er Jahre an der Hochschule für Musik in seiner Geburtsstadt Karlsruhe Kontrabass, wo er auch Trompetenunterricht erhielt. Später widmete er sich dem Flügelhorn und dem Alphorn und spielte darüber hinaus die meisten anderen Blechblasinstrumente. In den 60ern gehörte er dem Modern Jazz Quintett Karlsruhe an, arbeitete danach mit Musikern wie Hans Koller, Kenny Wheeler, Jon Christensen, Eberhard Weber und Wolfgang Dauner und war fast 30 Jahre lang Teil des Vienna Art Orchestra. Joos ist auf 120 Alben zu hören, 20 davon erschienen unter seinem Namen. Zudem entwarf er als Grafiker Zeitschriftentitel und Plattencovers und war auch ein versierter Zeichner von Musikerporträts.