Fontaines D.C.

POP: Eindringlich und voller Energie

Maximilian Heß

Von Maximilian Heß

Mi, 16. September 2020

Rock & Pop

Fontaines D.C. haben 2017 mit ihrem Debüt "Dogrel" einen der Soundtracks des Post-Brexit-Blues’ in Großbritannien geliefert. Mit Wut, Elan und Bissigkeit schafften es die Musiker aus Dublin einen Sound zwischen Post-Punk, Punk und Pop zu kreieren, der den Zeitgeist der desillusionierten Jugend Englands zielgenau erfasste. Mit ihrem zweiten Album "A Hero’s Death" machen sie genau dort weiter, wo sie mit ihrem Debüt aufgehört haben. Das ist wenig verwunderlich, waren sie doch bis zum Beginn der Corona-Krise ununterbrochen auf Tour. Es fällt aber auf, dass die poplastigen Songs auf dem Album weniger geworden sind. Singles wie "A Hero’s Death" oder "Televised Mind" sind noch energetischer und eindringlicher geworden, allerdings sind sie durch die stärkere Hinwendung zum Post-Punk auch weniger massentauglich. Das ist nichts schlechtes, im Gegenteil: Es gibt aktuell kaum eine Band, die modernen Post-Punk-Sound so formvollendet abliefert. Das wird vielleicht ein paar Hörer verschrecken, die sich auf mehr Pop gefreut hätten. Musikalisch ist es eine hervorragende Entscheidung.

Fontaines D. C.: A Hero’s Death
(Partisan).