Weiche Klänge, harte Arbeit

Annika Maldacker

Von Annika Maldacker

Mo, 09. Mai 2016

Rock & Pop

Der frühere DSDS-Teilnehmer Dominik Büchele und seine Band Umleitung haben ihr Debütalbum "Colours" veröffentlicht.

"Deutschland sucht den Superstar" ist Geschichte, die Post-DSDS-Welle ausgesurft. Nun bauen Dominik Büchele, der 2009 an der Talentshow von RTL teilnahm, und seine Band Umleitung ihre Instrumente bei Konzerten selbst auf.

Mitte April erschien ihr erstes Album mit dem Titel "Colours" auf dem kleinen Label Uniqueopia aus Schutterwald. Darauf klingen die Gitarren schwungvoll und fröhlich, zwischen Country und Singer-Songwriter-Pop. Dominik Büchele manövriert seine Stimme geschmeidig durch die Tonlagen. "Es ist ein vollkommen ehrliches Album", sagt der 25-Jährige über den Tonträger. Tatsächlich ist es die erste Platte der Band Umleitung, bestehend aus den Brüdern Dominik und Mirko Büchele, Silas Benz und Mathieu Schmitt aus Kappel-Grafenhausen, das sie als Band gemeinsam veröffentlichen. Dabei machen die vier Musiker immerhin schon seit zehn Jahren miteinander Musik.

Viel hat sich über die Jahre gewandelt. Die vierköpfige Band, zu Beginn noch mit einer anderen Besetzung, klimperte zunächst bekannte Lieder aus Pop und Rock nach. "Ziemlich schlecht" sei das gewesen, gibt Mirko Büchele zu, der seit den Anfangstagen bei Umleitung Keyboard spielt. Irgendwann erkannten die Teenager, dass sich ihr Sänger wie der britische Popstar James Blunt anhört und ihm auch optisch ähnelt.

Das James-Blunt-Etikett blieb haften – und obwohl es schon sieben Jahre her ist, dass Dominik Büchele bei DSDS gesungen hat, hat Umleitung erst vor zwei Jahren so etwas wie eine Zäsur eingeleitet. Die Musiker entschieden sich, auf E-Gitarren zu verzichten. Die damit verbundene Leichtigkeit hat sich auch in das Album "Colours" eingenistet. Die erste Singleauskopplung, der Trennungssong "As I Hold Her" plätschert schwungvoll vor sich hin. Die weichen Klänge ziehen sich durch das Album, mal schwungvoll, mal melancholisch, aber stets verträumt, manchmal vorhersehbar, gegen Ende redundant.

Doch mit dem Album hat sich die Band selbst gefunden und eine vorher nicht gekannte Erfahrung gemacht. Texte und Songs haben die Musiker selbst geschrieben, das Studio ausgesucht, sich mit der Vermarktung über die Downloadplattformen iTunes, Google Play und Amazon beschäftigt und selbst Radiosender und Zeitungen angeschrieben. "Dieses Album war verdammt viel Arbeit", sagt Mirko Büchele. Nun sind sie völlig frei. "Keiner hat uns dazwischen geredet, wir haben unser Ding gemacht."

Zu DSDS-Zeiten war ihnen das nicht vergönnt. Dominik Büchele war froh, dass seine Band Umleitung ihn bei den Auftritten musikalisch unterstützen durfte. Dass sie dafür ihren Bandnamen ablegen mussten, störte Mirko Büchele nicht. Er erinnert sich: "Dafür mussten wir nichts aufbauen. Das wurde alles für uns gemacht." Die Zeiten haben sich geändert. Oder eben nicht. Dominik Büchele kann von der Musik nicht ablassen. Er bleibt seiner Heimat treu. Was sich auch darin zeigt, dass er mit seiner zweiten Band Rhinwaldsounds und dem Song "Schorli" jüngst einen Fasnachtshit landete. Was für ein Kontrast. Beim Hören von "Colours" entsteht der Eindruck, es handle sich um zwei verschiedene Menschen.

Umleitung: Colours (Uniqueopia). Konzert: Emmendingen, Schlosskeller, Samstag, 11. Juni, 20.30 Uhr