Wendler aus "DSDS" entfernt

dpa

Von dpa

Do, 07. Januar 2021

Panorama

RTL reagiert auf Proteste nach "KZ"-Äußerung des Sängers.

Nach der Äußerung von Michael Wendler über Deutschland als "KZ" schneidet RTL den umstrittenen Schlagersänger aus bereits abgedrehten Folgen der Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" ("DSDS"). Das kündigte der Sender am Mittwochnachmittag in Köln an. Man werde Wendler "sofort aus dem Programm" nehmen – selbst wenn dabei für die Zuschauer "sichtbare, dramaturgische Lücken entstehen", erklärte RTL-Geschäftsführer Jörg Graf. RTL reagierte damit auf einen Sturm des Protests. Unter anderem der Antisemitismusbeauftragten Hessens, Uwe Becker, forderte Konsequenzen des Senders – bis zum Abbruch der aktuellen Staffel: "Wer die notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie mit einem KZ gleichsetzt und damit die Shoah derart relativiert, der sollte nicht von Woche zu Woche einem Millionenpublikum als Juror vorgesetzt werden."

Zwischen Wendler und RTL war es bereits im Herbst zum Bruch gekommen. Der Sänger hatte sich damals in einem Video zur deutschen Corona-Politik geäußert und Fernsehsender – darunter RTL – beschuldigt, "gleichgeschaltet" zu sein. Der Sender distanzierte sich umgehend und nannte Wendler einen Verschwörungstheoretiker. In der Frühphase der aktuellen "DSDS"-Staffel sollte der 48-Jährige aber als Jurymitglied zu sehen sein. Der Grund: Die Folgen waren damals bereits aufgezeichnet gewesen.

Am Dienstag – dem Tag der Ausstrahlung der ersten Folge – berichteten allerdings mehrere Medien über einen Eintrag in Wendlers Kanal bei dem Messengerdienst Telegram: "KZ Deutschland??? Es ist einfach nur noch dreist was sich diese Regierung erlaubt! Das Einsperren von freien und unschuldigen Menschen ist gegen jegliche Menschenwürde." Wendler räumte dort später eine "KZ"-Äußerung ein, jedoch sei "KZ" angeblich eine Abkürzung für "Krisen Zentrum". RTL blieb nur noch die Reißleine, wie Geschäftsführer Graf erklärte: "Wir verurteilen jegliche Form von Antisemitismus, Rassismus sowie Diskriminierung auf das Schärfste".