Hygiene- und Abstandsregeln

Das ist das Konzept für die Bade-Saison in Titisee-Neustadt ab 1. Juli

Peter Stellmach

Von Peter Stellmach

Mi, 17. Juni 2020 um 17:51 Uhr

Titisee-Neustadt

Zwei Dutzend Freiwillige und ein Rasen-Muster in Schachbrettform: Mit einem ausgefeilten Konzept starten das Neustädter Freibad und die Titiseer Badestelle am 1. Juli in die Saison.

Die Saison im Neustädter Freibad und an der Titiseer Badestelle wird am 1. Juli eröffnet. Als Grundlage dient ein ausgefeiltes Konzept von Betriebsleiter Achim Lasarzick für die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln zum Schutz vor einer Verbreitung des Coronavirus.

Es ist nach Angaben der Verwaltung vom Gesundheitsamt abgesegnet worden. Zwei Dutzend Freiwillige haben sich bisher gefunden, die das Personal unterstützen möchten. Sie sind die Garanten des Betriebs, je mehr sich finden, desto besser lassen sich Abläufe einhalten.

Urlaub daheim
Die einmütig gefällte Entscheidung im Ausschuss für Umwelt und Technik hatte sich abgezeichnet. Das bekannte Argument, dass den voraussichtlich vielen Menschen, die ihren Urlaub daheim verbringen, etwas geboten werden sollte, erweiterte Bürgermeisterin Meike Folkerts um einen Gesichtspunkt: Wenn man sich stark mache für den Tourismus und erwarte, dass sich Gastronomie und Handel anstrengten mit Schutzvorkehrungen, dann dürfe man sich nicht zurückhalten.

Eintritt mit Online-Ticket
Hinzu kommt die Erkenntnis, dass die Kosten für den Badebetrieb nicht erheblich höher liegen dürften als im laufenden Haushalt der Gemeinde veranschlagt. Sie werden vorrangig durch den Aufwand für ein Online-Ticket-System entstehen. Entgegen der ursprünglichen Absicht soll die neue Technik doch genutzt werden, vor allem als Hilfsmittel, um den Überblick über die Zahl der Besucher zu behalten.

9 bis 20 Uhr
Die Liegewiese dürfte 700 Personen aufnehmen, die Wasserbecken 110, letztlich wird der Besuch auf 450 Personen gleichzeitig beschränkt. Entgegen der ersten Überlegung wird die Aufenthaltszeit im Freibad nicht beschränkt, weil der Wechsel personell und organisatorisch nicht zu bewältigen wäre. Man geht davon aus, dass sich bei einer Öffnung von 9 bis 20 Uhr Besuchergruppen mit festen Zeiten sowieso abwechseln.

Kontrolle, aber ohne Webcam
Umfänglich sind die Vorkehrungen, um Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. Sie beginnen vor dem Eingang mit Wegmarkierungen und Aufstellflächen. Auf Mundschutz darf nur im Wasser und auf der Liegeweise verzichtet werden. Desinfektion ist Pflicht. Die Einhaltung der Regeln wird kontrolliert, auf eine Webcam aber verzichtet. Die Personaldaten werden erfasst, hier hilft das Ticketsystem mit Barcode, Besucher ohne Registrierung müssen ihre Daten aufschreiben. Die Umkleiden (Besucher sollten möglichst in Badekleidung und bereits geduscht kommen) und der Toiletten wird durch die Zahl der Nutzer reglementiert. Warmwasserduschen ist nicht möglich.

Schachbrettrasen hilft
Die Wege werden so festgelegt, dass sich die Menschen nicht begegnen können. Für die Aufenthalte auf der Wiese hat sich Lasarzick eine Lösung einfallen lassen, die aus Folkerts Sicht in ihrer Eindeutigkeit ein Patent verdient: Wo man geht, wird der Rasen kurz gemäht, wo man sitzen und liegen darf, bleiben die Grashalme länger. Geschwommen werden darf nur in vorgegebenen Bahnen und Richtungen bei nie mehr als 25 Personen gleichzeitig im Becken. Der Sprungturm darf nicht genutzt, die Rutsche nur einzeln betreten werden.

Pächter verantwortlich
Die Titiseer Badestelle muss nicht so aufwendig betreut werden. Hier greifen die allgemein gültigen Regeln für öffentliche Flächen. Die Stadt wird darauf hinweisen und stichprobenartig kontrollieren. Auch hier werden die Verkehrswege und Aufenthaltsräume durch Mähen markiert. Die Öffnungszeiten sind wie im Freibad. Auch der Reinigungsrhythmus – alle zwei Stunden – wird übernommen. Die Gastronomien in beiden Einrichtungen werden von den Pächtern eigenverantwortlich betrieben; sie müssen der Stadt ein Hygienekonzept vorlegen.

Eintritt wird teurer
Dass die Betriebskosten nicht in die Höhe schnellen, soll auch durch erhöhte Eintritte gesichert werden. Die Rede ist von einem Aufschlag um 40 Cent, sodass Erwachsene 4 Euro und Kinder bis 17 Jahre 3,50 Euro kosten. Die Preise werden in der nächsten Gemeinderatssitzung endgültig festgelegt, Markus Schlegel (SPD) nannte die geplante Erhöhung nachvollziehbar und vertretbar. Saisonkarten werden nicht ausgegeben. Die Abstimmung fiel einhellig aus, Daniela Evers (Grüne) freute sich über einen "mutigen Schritt" im Interesse der Bevölkerung.