Albtalstraße

Salpetererbewegung Pro Albtal will endlich Taten sehen

hajü

Von hajü

Mo, 20. Mai 2019 um 13:00 Uhr

Herrischried

In Tiefenstein und Hohenfels gab es Protestaktionen gegen die Schließung der Albtalstraße. Landrat Kistler machte keine Hoffnung auf eine schnelle Wiedereröffnung.

Rund 80 Personen nahmen am Samstagnachmittag fast auf den Tag genau vier Jahre nach der Sperrung der wildromantischen Albtalstraße, der L 154 zwischen Hohenfels und Tiefenstein, an der erneuten Protestaktion für die Öffnung der Straße teil. Um ein Zeichen gegen die lang anhaltende Sperrung zu setzen, hatten die Freien Wähler Görwihl unter Federführung von Gemeinderat Herbert Nägele und mit dem neuen Namen "Salpetererbewegung Pro Albtalstraße" eingeladen. Die gleiche Aktion organisierten Stephan Marder und Ulrich Winkler auf der Albbrucker Seite am Hohenfels.

Mit den Worten: "Der türgroße Stein, welcher aus vier Metern Höhe abgerutscht ist und seitdem 20 Zentimeter in die Fahrbahn ragt, hat eine Eigendynamik innerhalb der Behörden und Ämtern ausgelöst, die hoffentlich bald gestoppt wird", eröffnete Herbert Nägele die Protestaktion. Er appellierte an die Vernunft, bat um gesundes Abwägen und würde gerne Taten zur Wiedereröffnung sehen.

Gemeinderatskollege Roland Lauber gab einen kurzen Abriss zur Geschichte, wie die durchgehende Verbindung von St. Blasien nach Albbruck geschaffen wurde. 1854 wurde die Albtalstraße im Karlsruher Landtag beschlossen. 1858 war bereits Tiefenstein erreicht. Unter der Federführung des Schwarzwaldbahnplaners Robert Gerwig benötigte man weniger als eineinhalb Jahre, bis der Bau dieser 5,6 Kilometer langen kurvenreichen Straße am 1. Juli 1859 offiziell dem Verkehr übergeben werden konnte. Für 1,8 Millionen Mark wurde sie 1984/85 "im alten Stil" erneuert. Am Ende seiner Ausführung betonte Lauber, dass die Straße ein Verkehrsweg sei und kein Biotop. Bürgermeister Carsten Quednow erinnerte an die 11 000 gesammelten Unterschriften und kann die behördlichen Entschlüsse nicht immer nachvollziehen. Er hofft auf eine baldige Wiedereröffnung. Der von der Albbrucker Seite eingetroffene Landrat Martin Kistler betonte das gemeinsame Ziel, die Straße wieder freigeben zu können. Er hofft auf ein schnelles Ende des Planfeststellungsverfahrens und rechnet noch mit ein bis zwei Jahren für die Prüfungen. Kistler dämpfte die Hoffnungen für eine schnelle Wiedereröffnung. Es braucht danach Zeit, bis Fachfirmen gefunden werden und bis die 38 schwierigen Maßnahmen umgesetzt sind.

Die Landtagsabgeordneten Sabine Hartmann-Müller und Felix Schreiner betonten: "Wir haben die politischen Zusagen. Im Januar 2018 wurden die zehn bis zwölf Millionen Euro für die 38 Maßnahmen bewilligt. Das Albtal muss wieder geöffnet werden." Die Bundestagsabgeordnete Rita Schwarzelühr-Sutter betonte in ihrer Ausführung, dass der Bund mit der schwierigen Sache nichts zu tun habe. Sie wünscht sich ein zügiges Planfeststellungsverfahren und einen fairen transparenten Umgang.

Zum Schluss versicherte Walter Scheifele, Leiter Verkehr im Waldshuter Landratsamt, dass er den Planstellungsbeschluss braucht. Er ist sich sicher, dass der Landkreis Waldshut mit dem durchgeführten sogenannten Scoping-Verfahren am schnellsten zu einem Baurecht von der Straßenbauverwaltung des Regierungspräsidiums in Freiburg kommt.