Salzförderung in Muttenz liegt auf Eis

sda

Von sda

Fr, 03. Juli 2020

Baselland

Schweizer Salinen gibt 20-jährige Förderpause aufgrund fehlender Planungssicherheit bekannt.

Die Schweizer Salinen legen ihre umstrittenen Pläne für die Salzförderung unter der Rütihard in Muttenz (Kanton Baselland) auf Eis. Das Projekt wird für mindestens 20 Jahre unterbrochen. Das den Schweizer Kantonen und Liechtenstein gehörende Unternehmen gab diese Entscheidung am Dienstag bekannt. Als Grund wurden in einer Mitteilung regionalpolitische Unsicherheiten und Verzögerungen bei der Planung für das neue Fördergebiet genannt. Für dieses waren 2019 erste Sondierbohrungen durchgeführt worden.

Gegen das Vorhaben wehrt sich die Interessengemeinschaft "Rettet die Rütihard", die von der Fondation Franz Weber unterstützt wird. Die Gegner befürchten, dass ein Salzabbau von bis zu 50 Jahren in diesem Landschaftsschutzgebiet irreparable Schäden anrichtet und ein einzigartiges stadtnahes Erholungsgebiet verschandelt. Zudem verweisen die Gegner auf geologische Risiken. Aufgrund der intensiven öffentlichen Diskussionen über den Salzabbau unter der Rütihard hatten Bürgerrat und der Gemeinderat von Muttenz zudem ein Dialogverfahren gestartet. Ihrer Ansicht nach lagen über das Vorhaben nicht genügend Informationen vor für eine sorgfältige Meinungsbildung.

Inzwischen ist den Schweizer Salinen das unternehmerische Risiko für das Rütihard-Projekt zu groß geworden. Der Verwaltungsrat beauftragte daher die Geschäftsleitung aufzuzeigen, wie die Versorgungssicherheit der Schweiz ohne das bisher eingeplante Rütihard-Salz sichergestellt werden kann. Geprüft werden in den nächsten Monaten verschiedene Szenarien innerhalb und außerhalb der bestehenden Konzessionsgebiete, wie aus der Mitteilung hervorgeht. In Erwägung gezogen wird auch der Import von Salz. Allerdings sei die Versorgung der Schweiz mit Salz aus heimischer Produktion ökologisch und ökonomisch nachweislich besser, halten die Schweizer Salinen fest.

Deshalb strebt das Unternehmen auch eine Verlängerung der auslaufenden Konzessionsverträge mit den Kantonen Baselland und Aargau an. Die bisherigen Vereinbarungen laufen 2025 aus. Nach Ansicht des Baselbieter Finanzdirektors Anton Lauber soll die Rütihard im Konzessionsgebiet verbleiben. Frühestens in 20 Jahren solle die regionale Salzgewinnung neu beurteilt werden, hält Lauber fest.

Die Schweizer Salinen produzieren jährlich bis zu 600 000 Tonnen Salz. An seinen Standorten Riburg, Schweizerhalle und Bex beschäftigt das Unternehmen 200 Mitarbeitende.