Bundesliga

SC Freiburg erkämpft sich gegen Augsburg einen mühevollen 2:0-Sieg

David Weigend

Von David Weigend

So, 21. März 2021 um 19:54 Uhr

SC Freiburg

Nach zwei Niederlagen in Folgen gewinnt der SC Freiburg am 26. Spieltag. Gegen den FC Augsburg können sich die Spieler von Christian Streich in einer umkämpften Partie mit 2:0 (0:0) durchsetzen.

Der SC Freiburg hat den FC Augsburg am Sonntagabend mit 2:0 (0:0) besiegt und überzeugte mit einer kompakten Mannschaftsleistung. Die Partie war hart umkämpft und hatte mitunter ruppigen Charakter. Von insgesamt neun gelben Karten gingen sieben auf das Konto des Sportclub

Stürmer Nils Petersen fehlte wegen eines nicht-eindeutigen Corona-Tests

Ein paar kleine Überraschungen gab es vor Anpfiff der Partie. Stürmer Nils Petersen war nicht im Kader. Vorsichtshalber. Nicht wegen schwacher Trainingsleistungen, sondern aufgrund eines nicht eindeutigen Corona-Tests. Weitere Testungen an diesem Montag sollen Klarheit bringen. Dafür stand ein Neuling in der Startelf: Der Niederländer Guus Til durfte sich von Anfang an beweisen. Wie seine Kollegen lief Til ungewohnterweise in den gelben Ausweichtrikots aufs Feld. Der Grund: Ein SC-Spieler leidet unter einer Rot-Grün-Sehschwäche, was angesichts der in Grün spielenden Augsburger zu Verwechslungen hätte führen können. Neben Til gab es im Vergleich zur 0:1-Niederlage in Mainz noch drei weitere Wechsel in der Startelf: Lukas Kübler, Manuel Gulde sowie Baptiste Santamaria sollten es besser machen als zuletzt.

Der Sportclub ging sichtlich motiviert ins Spiel und präsentierte sich griffig in den Zweikämpfen. Nach fünf Minuten verbuchten Santamaria und Til (Kopfball im Nachgang) Riesenchancen, doch die Szene wurde wegen gefährlichen Spiels von Santamaria abgepfiffen. Freiburg hielt den Druck hoch. Vor allem durch den laufstarken Einsatz der beiden Flügelspieler Roland Sallai und Vincenzo Grifo erspielte sich der Sportclub zwei Ecken und einen Freistoß innerhalb von zehn Minuten. Die Gäste waren in den ersten 20 Minuten hauptsächlich in der Verteidigung gebunden. In der 16. Minute gelang es dem SC fast, ein Eigentor zu erzwingen: Die scharfe Flanke von Roland Sallai konnte der überraschte Jeffrey Gouweleeuw nur knapp am Tor vorbeiköpfen.

Bis zur Pause schafften es die Augsburger dann, sich aus dem Freiburger Pressing zu befreien. Die eher harmlosen Abschlüsse des FCA waren für SC-Keeper Florian Müller aber leichte Beute. Ruppig wurde die Partie, es wurde viel geschrien und es gab Nickligkeiten auf beiden Seiten. In der 40. Minute zeigte sich der Augsburger Laszlo Benes von der Bandenwerbung eines E-Schraubendrehers inspiriert: Nach einer schnellen Drehung um die eigene Achse und Gegenspieler Manuel Gulde zog er aus 14 Metern ab, doch der Ball flog übers Freiburger Tor. Es war die beste Szene der Gäste in einer umkämpften ersten Halbzeit.

Der zweite Durchgang begann nach dem Geschmack von Trainer Christian Streich. Christian Günter setzte sich auf der linken Seite stark gegen mehrere Augsburger durch und legte im Strafraum ab für Sallai, der aus zehn Metern ins linke Toreck vollendete. Ein mustergültiges Beispiel dafür, wozu die Freiburger Offensive fähig ist, wenn der Günterschen Dynamik ein sicherer, letzter Pass folgt.

Die Freiburger Führung brachte Tempo in die Partie. Zuerst hatte Ermedin Demirovic, der für Til eingewechselt wurde, im gegnerischen Fünfmeterraum die Chance zum 2:0, doch er kam einen Schritt zu spät. Im direkten Gegenzug setzte sich Rani Khedira gegen Philipp Lienhart durch und prüfte Florian Müller aus 18 Metern, doch der SC-Keeper klärte den Ball. Kurz darauf musste Müller schon wieder ran. Einen gefährlichen Freistoß aus 20 Metern von Daniel Caligiuri lenkte er mit starkem Reflex über die Latte.

Augsburg wehrte sich, die Partie gewann zusehends an rustikalem Charakter. Sieben gelbe Karten verbuchten die Freiburger insgesamt. Der harten Körpersprache folgte das zweite Tor. Wieder war Günter der Vorbereiter, diesmal mit einem Freistoß aus halblinker Position. Erst köpft Demirovic die Hereingabe an den Pfosten, beim Abpraller stand Lienhart richtig. Das Tor wurde erst zwei Minuten später anerkannt – so lange dauerte es, bis Videoassistentin Bibiana Steinhaus Schiedsrichter Bastian Dankert mitteilte, dass sich Demirovic nicht, wie anfangs vermutet, im Abseits befunden hatte.

Auch, weil die Freiburger bis zum Abpfiff nichts mehr anbrennen ließen, fiel das Fazit von Florian Müller positiv aus: "Wir haben uns heute vorgenommen, von Anfang an Gas zu geben, und haben das super umgesetzt. Ich glaube, der Sieg war absolut verdient."
Statistik zum Spiel:
SC Freiburg: Fl. Müller - Kübler (73. Schmid), Lienhart, Gulde (81. K. Schlotterbeck), Günter - Sallai (81. Heintz), Santamaria, Höfler, Grifo (81. Haberer) - Til (56. Demirovic), Höler
FC Augsburg: Gikiewicz - Framberger, Gouweleeuw, Uduokhai, Gumny (80. Pedersen) - D. Caligiuri, Strobl (61. Gruezo), R. Khedira (80. Niederlechner), M. Richter - Hahn, Bénes (61. Vargas)
Schiedsrichter: Bastian Dankert (Rostock). Tore: 1:0 Sallai (51.), 2:0 Lienhart (79.) Gelbe Karten: Lienhart (3), Gulde (3), Santamaria (3), Til (1), Höfler (10), Günter (1), Demirovic (4) / Uduokhai (4), Gouweleeuw (8)

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