Schachspielen

Schach macht Eichstetter Kindern auch am Laptop Spaß

Horst David

Von Horst David

Mi, 27. Januar 2021 um 11:10 Uhr

Eichstetten

Spieler der Schachwerkstatt Eichstetten holen sich bei Schnellschachturnier der Grundschulbundesliga den zweiten Platz. Die Wettkämpfe werden online ausgetragen.

Die erste Schachmannschaft der Grundschüler der Eichstetter Schachwerkstatt spielte am Sonntag erfolgreich in der Grundschulbundesliga und erreichte den zweiten Platz unter zehn Grundschulen. Weitere Kinder der zweiten Mannschaft spielten zeitgleich in der Regionalliga West. Die Schüler spielten online daheim auf ihren Laptops auf einer Schachplattform. Platz eins belegte die Grundschule aus Tegernheim bei Regensburg mit 129 Punkten vor Eichstetten mit 89 Punkten. Gespielt wurde Schnellschach, insgesamt über 90 Minuten.

Zweimal Bundesliga: Erst Fußball, dann Schach

Durch gezieltes Online-Training in den zurückliegenden Wochen und Monaten waren die teilnehmenden Kinder auf die Wettkämpfe am Sonntag vorbereitet worden. Bei Familie Schmidt im Nohlweg sahen die Brüder Emil (5) und Oskar Schmidt (8) dem Schachwettkampf sehr gelassen entgegen. Noch kurz vor Spielbeginn schauten sich beide mit ihren Eltern Sabine und Michael im Wohnzimmer das Bundesligaspiel von Schalke gegen FC Bayern an.

Auch bei Familie Kawaletz im benachbarten Burgungerweg ging es vor den Onlinespielen locker zu. Die schachspielenden Geschwister Jan (6), Felix (10) und Hanna (12) richteten im Wohnzimmer ihre Laptops ein. Jan hatte sein Passwort zum Einloggen nicht parat, aber der Vater wusste Rat. Und Tochter Hanna musste noch ein Stromkabel holen, da ihr Laptop zu wenig Ladekapazität hat. Später, nach Spielbeginn, verschwand sie doch in ihr eigenes Zimmer, um sich besser auf das Schnellschach konzentrieren zu können. In der Rangliste der aktiven Spieler des Vereins wird auf dessen Homepage die Zwölfjährige weit vorne geführt. Ihre Brüder blieben zum Online-Schach im Wohnzimmer, während die Eltern Oliver und Kerstin gemütlich Kaffee zu tranken. Mit keinem Wort oder Hinweis mischten sie sich in das Spiel ihrer Kinder ein. Jan freute sich sogar gleich zweimal lauthals: "Mein Gegner hat aufgegeben." Gefragt weshalb, antwortete er: "Er hatte fast keine Figuren mehr am Schachbrett!" Für seinen Vater ist Online-Schach eine sinnvolle Beschäftigung in der schwierigen Corona-Zeit. Außerdem rege es die Kinder auf spielerische Weise zum Nachdenken an.

Schachwerkstatt möchte noch mehr Kinder erreichen

Das Ziel von Oliver Bacher, dem Leiter und Gründer der Eichstetter Schachwerkstatt, ist, "weiterhin vorne mitzumischen" in der Bundesliga und im Pokal. Bacher möchte in der Breite noch viel mehr Kindern das Schachspiel nahebringen und sie dafür begeistern. Der zweite Platz in der Grundschulbundesliga bedeutet, dass die Eichstetter Schachtalente auch in der laufenden Saison ganz vorne mitspielen werden.

Derzeit zählt der Verein Schachwerkstatt Eichstetten rund 30 Mitglieder. Mit den Kindern will Bacher verstärkt das Fünf-Minuten-Blitzschach üben.