Schloss Schönau soll belebt werden

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Di, 04. Mai 2021

Bad Säckingen

Ausstellung zeigt Bad Säckingen durch die Augen von Künstlern / Bürger steueren Leihgaben bei / Auch Grundschüler kreativ.

. Das Fridolinsmünster, die Holzbrücke, der Schlosspark, der Gallusturm: Dass die Trompeterstadt noch mehr reizvolle Ansichten zu bieten hat als diese bekannten Sehenswürdigkeiten, will die neue Sonderschau "Säckinger Motive" im Hochrheinmuseum Schloss Schönau zeigen. Die Ausstellung mit 70 Bildern und Objekten ist fertig aufgebaut und wartet auf grünes Licht für die Eröffnung.

Ursprünglich sollte die Schau am 1. Mai beginnen, doch aufgrund der Corona-Beschränkungen muss der Start verschoben werden. Doch sobald das Museum öffnen darf, sollen Besucher die Ausstellung nach Anmeldung anschauen können. Dafür ist alles vorbereitet, wie Bürgermeister Alexander Guhl, Tourismus- und Kulturamtsleiter Thomas Ays und Stefanie Brand, die Verwalterin des Hochrheinmuseums Schloss Schönau, erläutern.

"Diese Sonderausstellung ist ein erster Schritt zur Neubelebung des Schlosses", erklärt Amtsleiter Ays. Schloss Schönau attraktiver zu machen, mit neuer Optik aufzuwerten und durch Wechselausstellungen mehr Besucher anzulocken, sei das Ziel, wie Guhl betont. Er äußert sich begeistert über Stefanie Brands Idee zu dieser Schau mit Ansichten der Stadt. Dieses Konzept trage dazu bei, dass sich viele Bürger mit ihrer Stadt identifizierten und die eigene Stadt besser kennen lernten. Besonders begrüßt Guhl, dass sich auch Grundschulen mit eingebracht haben und die "jüngsten Bürger das Thema Stadtgeschichte aktiv mit gestalten".

Wie Stefanie Brand erläutert, setzt sich diese erste Wechselausstellung aus Exponaten aus dem Depot des Hochrheinmuseums, aus Leihgaben von Bürgern und aus Werken zweier Grundschulen zusammen. Brand freut sich, dass viele Bewohner ihre Schätze ausgeliehen haben. "Wir hatten ein super Feedback".

Sehr einfallsreich gingen Viertklässler der Grundschule Obersäckingen und Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klasse der Josef-Anton-Sickinger-Grundschule in Rippolingen mit dem Thema um. Die Bilder und Objekte der Kinder sind gleichberechtigt zwischen die anderen Kunstwerke platziert worden. "Für die Kinder ist das toll, wenn sie ins Schloss kommen dürfen und ihre Werke hier sehen", so Brand.

Zu entdecken sind malerische Ansichten mit vertrauten, aber auch weniger bekannten Sichtweisen auf die Stadt. Die Ausstellung, die sich über das Treppenhaus und das zweite Obergeschoss erstreckt, umfasst Exponate vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Von Ölgemälden über Aquarelle, Tuschzeichnungen und Holzschnitten bis zu alten Stichen ist stilistisch und technisch eine große Bandbreite geboten. Das älteste Werk ist ein Kupferstich von Matthäus Merian aus dem 17. Jahrhundert. Weiter zu bewundern sind kolorierte Stahlstiche und Farblithografien. In Aquarellen von Emil Gysin sieht man die Fischergasse, die Rheinbrückstraße, den Blick auf das Münster. Heinrich Lotter hat ebenfalls mit feinem Aquarellpinsel und dezentem Kolorit Winkel der Altstadt, den Schlosspark oder den Eingang zur Holzbrücke festgehalten.

In den umgestalteten Räumen im zweiten Obergeschoss, in denen künftig regelmäßig Ausstellungen stattfinden sollen, breitet sich eine prächtige Gemäldegalerie aus. Als Prachtstück beeindruckt das idyllische Panoramabild "Rheinlandschaft bei Säckingen" von Hans Thoma von 1899. Stimmungsvoll wirken die Ölgemälde von Otto Rünzi wie "Säckingen bei Nacht" aus dem späten 19. Jahrhundert: eine geheimnisvolle nächtliche Impression mit Lichterschein im Dunkeln. Pittoreske Seiten der Stadt beleuchten auch eine Ansicht am Rhein von Gustel Fricker und das expressiv-realistische Gemälde "Holzbrücke" von Werner Dietz von 1968. Auch moderne Impressionen finden ihren Platz, so eine spontane, gestisch-abstrahierte Marktplatzszene von Jörg Herz. Im Schlosssaal hängen Tuschezeichnungen von Josef Zörner-Kampia mit architektonischen Sujets, die in Zeichenmappen aufbewahrt wurden und erstmals gezeigt werden.

Hingucker sind die Beiträge der Grundschüler, etwa Lukas Waßmers wunderschönes Modell von Schloss Schönau, Jonah Gugelbergers Nachbildungen der Holzbrücke und des Gallusturms, Morena Mattes‘ Modell des Diebsturms, Marlon Beeckmanns Skulptur des Katers Hiddigeigei und Ksenia Kusmins farbenfrohes Bild, das einen Blick von oben auf Bad Säckingen wirft. Kunstwerke, die nicht untergebracht werden konnten, sollen über museum-digital.de zu finden sein.