Der "Brasiwälder" sagt Adieu

Christiane Sahli

Von Christiane Sahli

Mo, 21. Oktober 2019

Schluchsee

Nach fünf Jahren als musikalischer Leiter der Trachtenkapelle Blasiwald hat Cesar Masano jetzt sein Abschiedskonzert dirigiert.

SCHLUCHSEE-BLASIWALD. Abschied nehmen von Cesar Masano hieß es am Samstag in Blasiwald: Fünf Jahre lang hatte Cesar Masano die Trachtenkapelle musikalisch geleitetet, nun verlässt er Blasiwald und dirigiert den Musikverein Titisee-Jostal. Für das Abschiedskonzert hatten die Musiker ein besonderes Ambiente gewählt: In familiärer Atmosphäre im Blasiwälder Hof nahmen Musiker und Musikfreunde Abschied von den Brasilianer.

Alles begann, als Cesar Masano in der Musikhochschule Freiburg, an der er damals studierte, ein Plakat sah, mit dem ein Dirigent für die Trachtenkapelle Blasiwald gesucht wurde. "Ich wusste damals nicht, was Blasmusik und wer Ernst Mosch ist", sagte Masano sehr zur Erheiterung der Versammelten. Aber das änderte sich bald, als er die Leitung der Trachtenkapelle übernahm. Masano arbeitete sich schnell ein und beschäftigte sich auch intensiv mit der Geschichte des Ortes. Und so wurde das erste Jahreskonzert unter dem neuen Dirigenten denn auch eine musikalische Zeitreise durch Blasiwald. Bei weiteren Jahreskonzerten ging es musikalisch die Donau entlang, in die Schweiz und tief in den schwarzen Wald. Musik aus seiner Heimat Brasilien nahm Masano nicht ins Programm auf, eine Ausnahme machte er allerdings beim diesjährigen, seinem letzten Jahreskonzert, dessen Motto "Brasiwald" , eine Kombination aus Brasilien und Blasiwald, lautete. Masano brachte dabei Musik aus seiner Heimat in den Schwarzwald. "Heimat ist da, wo man sich wohlfühlt und meine zweite Heimat ist Blasiwald", sagte der Dirigent in diesem Zusammenhang. Die Jahreskonzerte ließ Masano in humorvoller Weise Revue passieren, auszugsweise gezeigt wurden zudem Mitschnitte von den Konzerten. Und die Trachtenkapelle spielte Stücke, die auch bei den Jahreskonzerten zu Gehör gebracht worden waren.

Passt ein studierter Schlagzeuger überhaupt zu der Trachtenkapelle? Eine Frage, die sich die Musiker anfangs gestellt hatten, sagte die Vorsitzende der Trachtenkapelle, Martha Sedlak. Es passte, das stellte man schnell fest. Man sei dankbar für die gemeinsame Zeit, man habe viel gelernt und viel Spaß bei den Proben gehabt.

Für ihn sei Blasiwald von Anfang an mehr als der Musikverein gewesen, sagte der scheidende Dirigent. Zunächst habe er die Natur und die Ruhe geschätzt, sehr bald aber auch die Herzlichkeit der Musiker und der Blasiwälder. "Was ich hier erlebt habe, wird immer in meinem Herzen bleiben", sagte Masano sichtlich gerührt. In Blasiwald habe er die Liebe zur Musik gespürt, die Musiker und er seien ein gutes Team gewesen. "In meinem Herzen bleibe ich ein Blasiwälder", mit diesen Worten verabschiedete sich Masano, wie er sagte, nicht vom Publikum, sondern in den Fanclub der Trachtenkapelle. Die Jahreskonzerte unter der Leitung von Masano hätten alle inspiriert, lobte Ortsvorsteher Christoph Kaiser. "Ihr seid einen genialen Weg zusammen gegangen."

Einige Musikstücke beendeten den Abend, bei dem Stück "Oh Du mein Blasiwald" sangen die Zuhörer aus voller Kehle mit. Und im Anschluss an den musikalischen Teil nahmen zahlreiche Blasiwälder die Gelegenheit wahr, sich persönlich von Masano zu verabschieden.