Schmaler Gang – mehr Abstand

dpa

Von dpa

Sa, 19. Dezember 2020

Gesundheit & Ernährung

Studie zu Tröpfchenverteilung.

Der gebotene Corona-Sicherheitsabstand könnte in bestimmten Situationen – beispielsweise beim Hintereinandergehen in Innenräumen – stark von der Umgebung abhängen. Strömungsmodelle deuten darauf hin, dass es einen großen Unterschied macht, ob ein Flur oder Gang schmal oder breit ist, wie chinesische Forscher im Fachblatt Physics of Fluids schreiben. Die tatsächliche Ansteckungsgefahr untersuchten die Forscher nicht.

Xiaolei Yang von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking (China) und sein Team simulierten die Ausbreitung einer Wolke aus rund 1000 Tröpfchen. Die hustende Person geht dabei in zügigem Tempo und trägt keine Maske. Das spielt eine große Rolle: Studien haben gezeigt, dass das Tragen einer Maske die Verteilung von infektiösen Tröpfchen wirksam verringern kann.

Die Forscher fanden heraus, dass sich die Tröpfchenwolke auf zwei verschiedene Arten ausbreiten kann. Bei einem breiten Gang – also bei einem Wandabstand von sechs Metern – sorgen Luft-Verwirbelungen hinter dem Hustenden dafür, dass die Tröpfchen mitgezogen werden. Dadurch verteilen sie sich relativ gut im Raum. Das könnte die Virenbelastung für einen hinterhergehenden Menschen verringern. Bei schmalen Gängen mit einem Wandabstand von nur 1,2 Metern, bleibt der Hauptteil der Tröpfchen in der Luft hängen. Dadurch findet sich auch in rund fünf Metern Abstand zu dem Hustenden eine Wolke mit deutlich größerer Tröpfchenkonzentration. Die Tröpfchen verteilen sich in beiden Fällen hauptsächlich auf Hüfthöhe, was Kinder einem höheren Übertragungsrisiko aussetzen könne.