Gesicht der Woche

Schnell und unbekümmert: SC-Torjägerin Klara Bühl

Otto Schnekenburger

Von Otto Schnekenburger

So, 18. August 2019 um 00:14 Uhr

SC Freiburg

Der Sonntag Mit Klara Bühl (18) aus dem Münstertal erhält nach Melanie Leupolz (2013) und Sara Däbritz (2014) wieder eine Spielerin des SC Freiburg die Fritz-Walter-Medaille in Gold als beste Juniorin.

"Sie ist ein großes Talent, eine positive junge Spielerin mit tollen physischen Eigenschaften und eine echte Torjägerin": Das Lob zur Einordnung der Jury-Entscheidung kommt von der Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg: Anfang dieser Woche wurde die frohe Kunde publik, dass mit der gerade 18 Jahre alten Klara Bühl aus dem Münstertal nach Melanie Leupolz (2013) und Sara Däbritz (2014) wieder eine Spielerin des SC Freiburg die Fritz-Walter-Medaille in Gold als beste Juniorin verliehen wird.

Das Jahr 2019 bleibt damit ein besonderes für die junge Spielerin: Erst die Last-Minute-Einwechslung Ende Februar in einem Testspiel gegen Frankreich, die das erste A-Länderspiel ("ein Super-Gefühl") bedeutete. Dann das Abi und als Spielerin des SC Freiburg die Teilnahme am DFB-Pokalfinale in Köln ("Wir haben diesen Tag sehr genossen") mit einer Großchance von Klara Bühl, die Freiburgerinnen gegen den Favoriten Wolfsburg in Führung zu bringen ("Vielleicht sollte es einfach nicht sein"). Und schließlich die Berufung für die WM in Frankreich.

Von Klara Bühl ist von diesem Turnier vor allem das Spiel gegen Spanien in Erinnerung, als die Stürmerin in der Halbzeit eingewechselt wurde, sofort im Kombinationsspiel der deutschen Mannschaft "drin" war, mit ihren frechen und schnellen Dribblings die spanische Abwehr von einer Verlegenheit in die nächste stürzte und sich mehrere Torchancen erspielte. Von den Teilnehmern einer DFB-Umfrage wurde sie hinterher mit 21,8 Prozent aller abgegebenen Stimmen zur Spielerin des des Spiels gewählt.

Aber es waren wohl nicht nur die Auftritte bei der WM, die der Münstertälerin zur Medaille verholfen haben. Klara Bühl, die als Kind erst lange in Jungenmannschaften mitkickte, durchlief von der U15 an alle Nachwuchsmannschaften des Nationalteams. Wer schon in jungen Jahren eine solche Kontinuität beweist, wird – wie etwa auch der Leipziger Timo Werner – gerne bei der Fritz-Walter-Medaille berücksichtigt.

"Klaras Stärken sind ihre Unbekümmertheit, ihre Schnelligkeit und ihre Beidfüßigkeit", lobt auch der neue SC-Trainer Daniel Kraus seinen Schützling. "Extrem viel Qualität" bringe sie schon in jungen Jahren auf den Platz, Verbesserungspotenzial sieht er noch im taktischen Bereich, beim Anlaufen und beim Torabschluss. Bühls Vorgängerinnen Däbritz und Leupolz spielen heute in Paris und bei den Bayern. Und sie? "Ich habe noch mehrere Jahre Vertrag in Freiburg und fühle mich hier auch sehr wohl."
Otto Schnekenburger