Probleme beim Backbone-Anschluss

Schnelles Internet lässt in Laufenburg weiter auf sich warten

Martin Köpfer

Von Martin Köpfer

Sa, 13. August 2022 um 14:50 Uhr

Laufenburg

In Teilen von Laufenburg und einigen Ortsteilen klemmt es mit dem Breitbandausbau. Die Firma Stiegeler wendet sich mit Erklärungen an Kunden und Interessenten.

Beim Breitbandausbau in Laufenburg klemmt es weiterhin. Eigentlich sollte das schnelle Internet im Ort seit Monaten verfügbar sein, aber es gab vor allem wegen bauausführender Firmen Probleme. Deshalb hat sich die Firma Stiegeler als Anbieter kürzlich an Kunden und Interessenten gewandt mit der Mitteilung, dass nach jetzigem Stand bis in acht Wochen die Infrastruktur so stehen müsste, dass alle Kunden angeschlossen sind. Stiegeler versorgt Kunden in Teilen von Laufenburg und in Binzgen. Die Stadt übernimmt den Aufbau der Versorgung in Rotzel und Hochsal.

"Teilweise ging nicht viel bis nichts." Marina Stiegeler, Geschäftsführerin
Marina Stiegeler, Geschäftsführerin von Stiegeler Internet GmbH, betont, dass bislang rund ein Drittel aller Kunden, die einen Hausanschluss- und Versorgungsvertrag mit ihrer Firma abgeschlossen haben, geschaltet und damit online sind. Bleiben aber zwei Drittel der Kunden, die eben noch nicht über schnelles Internet verfügen. Nach Problemen bei der bauausführenden Firma, bei der "teilweise nicht viel bis nichts" ging, was zu Verzögerungen geführt hat, stehen seit vergangenem Freitag alle Leitungen zu den Häusern, sagt Marina Stiegeler. Aber: Um ein funktionsfähiges Ortsnetz, das also vorhanden ist, betreiben zu können, ist eine entsprechende Zuleitung notwendig. Eine gibt es bereits, über die das eine Drittel der Kunden bereits angeschlossen ist. "Allerdings können wir hierüber nur begrenzt Bandbreite liefern, weshalb wir eine zweite Zuleitung benötigen. Diese sollte bereits vor längerer Zeit fertiggestellt sein, jedoch gab es zeitliche Verzögerungen", schreibt Stiegeler in ihrer Mitteilung an Kunden und weitere Interessenten, letztere beispielsweise in der Laufenburger Oststadt.

Backbone des Landkreises funktioniert noch nicht

Diese zweite Leitung sollte eigentlich zwischen Murg und Laufenburg, genauer zwischen Oberhof und Binzgen, verlaufen. "Bedauerlicherweise konnte die Gemeinde Murg die Anbindung bislang baulich nicht umsetzen", so Marina Stiegeler weiter. Der neue Plan sah vor, die Verbindung zwischen der Hauptleitung (Backbone) des Landkreises und Rotzel herzustellen, um dann ab Rotzel den Datenverkehr nach Binzgen und Laufenburg zu leiten. Das allerdings funktioniert natürlich nur, wenn der Backbone des Landkreises bei Rotzel in Betrieb geht, was bisher noch nicht geschehen ist. Parallel, so Marina Stiegeler, finden derzeit noch letzte Arbeiten östlich von Binzgen statt. Das alles bleibt nicht ohne Auswirkungen für die Kunden von Stiegeler, denn die Firma hat die Altverträge der neuen Kunden bei den bisherigen Anbietern gekündigt.

Verträge müssen fortlaufend verlängert werden

Diese Verträge beim Altanbieter müssen nun fortlaufend verlängert werden, worum sich Stiegeler kümmert. Allerdings haben diese Kunden im Normalfall zwar ihr Netz, aber bislang kein schnelles Internet. Zudem ist es wegen der Vertragsverlängerungen beim alten Anbieter zu "Versorgungsunterbrüchen" gekommen. Die Firma Stiegeler geht davon aus, dass in maximal acht Wochen alle Kunden aufgeschaltet sein sollten.

Aber selbst diese vorsichtige Schätzung könnte sich relativieren, betrachtet man die Antwort von Tobias Herrmann, Pressesprecher des Landratsamtes, zum Baufortschritt des Backbones in Rotzel. "Derzeit stehen noch vereinzelte Maßnahmen aus, wie das Spleißen der Glasfaser und das Bauen vereinzelter Muffen. Ebenso gilt es, vor der Inbetriebnahme eine routinemäßige Fehlerkontrolle durchzuführen sowie die Spleiße durchzumessen und auf richtige Verbindung zu prüfen. Können diese Maßnahmen planmäßig stattfinden, dann gehen wir aktuell in unseren Planungen davon aus, dass der Backbone-Übergabepunkt für das Ortsnetz Rotzel Ende September/Anfang Oktober bereit sein wird."

"Ich kann den Unmut der Kunden absolut verstehen und auch, dass es schwierig ist, die Gründe für die Verschiebungen nachzuvollziehen", sagt Marina Stiegeler, die sich einerseits durchaus nicht aus der Verantwortung als Vertragspartner herausreden möchte, die aber auch sagt: "Von unserer Seite aus haben wir alles gemacht."

Es klemmt auch in Rotzel und Hochsal

Und auch in Rotzel und Hochsal, wo die Stadt Laufenburg für den Breitband-Ausbau zuständig ist, klemmt es, wie Hauptamtsleiterin Carina Walenciak bestätigt: "Wir sind später dran als gedacht." Es gebe momentan nichts Neues über den öffentlich bekanntgemachten Stand vom 4. Juli hinaus. Das heißt: Es habe beim Bau Mängel und größere Probleme gegeben, die Mängelbeseitigung sei noch nicht abgeschlossen. Zudem verweist sie wie Marina Stiegeler auf den noch nicht abgeschlossenen Anschluss des Backbones des Landkreises in Rotzel.

Auch im Laufenburger Rathaus gebe es immer wieder Anfragen, wie es denn nun weitergehe, sagt Carina Walenciak. Sie hat derzeit allerdings keine konkrete Antwort, wann die Haushalte schnelles Internet haben werden. "Noch in diesem Jahr", äußert sie betont vorsichtig. "Sobald wir mehr wissen, werden wir die Bürger umgehend informieren", sagt sie.