St. Blasien

Schnittstelle zwischen Verwaltung und Bürgern

Sebastian Barthmes

Von Sebastian Barthmes

Di, 11. Mai 2021 um 17:25 Uhr

St. Blasien

Susanne Gilg soll als Verantwortliche für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit die Arbeit der Verwaltung bekanntmachen und erklären

Öffentlichkeitsarbeit wird immer wichtiger, sagt St. Blasiens Bürgermeister Adrian Probst. Und deshalb bekommt sie auch im Rathaus mit einer neuen Mitarbeiterin ein größeres Gewicht: Die ausgebildete Journalistin Susanne Gilg ist jetzt in der Stadtverwaltung für diesen Aufgabenbereich verantwortlich.

"Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist keine Luxusaufgabe, sondern für öffentliche Stellen zentral und wesentlich", sagt Probst. Während Verwaltungen Informationen früher "eher als einen Gnadenakt, als freiwillige Zusatzleistung" empfunden hätten, wollten Bürger heute wissen, was eine Verwaltung tut. Die Herausforderung sei zudem, eine Vielzahl von Kanälen zu wählen, um eine möglichst breite Masse zu erreichen.

"Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist keine Luxusaufgabe, sondern für öffentliche Stellen zentral und wesentlich." Bürgermeister Adrian Probst
"Ich find’ es total spannend, was hinter den Kulissen einer Verwaltung passiert", sagt Susanne Gilg. Kennengelernt hatte sie diesen Aufgabenbereich während eines Praktikums im Presse- und Informationsamt der Stadt Frankfurt am Main. Und die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sei auch ein Schwerpunkt ihres Studiums "Medien und Kommunikation" in Passau gewesen. In ihrer Abschlussarbeit befasste sie sich mit der EU-Berichterstattung in der regionalen Presse. In St. Blasien gehört es nun zu ihren Aufgaben, die Arbeit der Verwaltung den Bürgerinnen und Bürgern zu erklären, sagt Bürgermeister Probst. Gilg sei eine Schnittstelle zwischen der Verwaltung und den Bürgern.

Einen komplizierten Sachverhalt möglichst einfach wiederzugeben, hat Susanne Gilg von der Pike auf gelernt: Schon während ihres Studiums hat sie mehrere Praktika, zum Beispiel bei Zeit Online in Hamburg oder bei einer Agentur für Kommunikation absolviert. Nach Abschluss des Studiums folgte ein Redaktionsvolontariat (journalistische Ausbildung) beim Südkurier, bevor sie bei einer Lokalzeitung in Franken, als freie Journalistin, in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule Offenburg und schließlich fünf Jahre als Redakteurin bei der Badischen Zeitung in der Ortenau und im Hochschwarzwald arbeitete.

Dass sie einen Medienberuf erlernen wollte, habe sie schon als Jugendliche gewusst, sagt Gilg. Und als Schülerin sei sie auch während eines Landschulheimaufenthaltes in Bernau erstmals mit der Domstadt in Berührung gekommen. "Ich habe eine positive Erinnerung an St. Blasien", sagt sie. Und als sie dann die Ausschreibung für die Stelle entdeckte, sah sie darin eine neue Herausforderung.

"Ich möchte das sichtbar machen, was in der Verwaltung passiert, was angestoßen wird." Susanne Gilg
Der Umgang mit Themen, unterscheide sich zwischen Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit nicht sehr stark, sagt Susanne Gilg. Die Aufgabe sei aber eine andere: Im St. Blasier Rathaus ist sie nun klassische Ansprechpartnerin für Journalisten, aber auch Vereinsvertreter und alle Bürger könnten sich mit Fragen zunächst an sie wenden. Sie wolle ein Bewusstsein dafür schaffen, was alles in der Stadt läuft, sagt sie, "ich möchte das sichtbar machen, was in der Verwaltung passiert, was angestoßen wird". Deshalb sehe sie es beispielsweise als eine ihrer Aufgabe an, Medienschaffenden auch Tipps zu geben, was interessant sein könnte.

Susanne Gilg sei nicht nur dafür verantwortlich, Pressemitteilungen zu verfassen, die Homepage zu pflegen und den Inhalt des Mitteilungsblatts zusammenzustellen, sie werde auch für die Verwaltung recherchieren, Themen hausintern aufbereiten, Ehrungen und Veranstaltungen der Verwaltung oder auch Seminare für örtliche Vereine vorbereiten.

Wenn die Einwohner zu einem Thema, beispielsweise zum Glasfasernetzbau, informiert werden sollen, werde die gelernte Journalistin die Fachinformationen so aufbereiten, dass sie allgemeinverständlich werden, denn "die Verwaltung braucht auch manchmal eine Übersetzerin", sagt Adrian Probst.