"Schon immer gern Theater gespielt"

Josephine Bergmann, Finja Mönig, Tabea Muy, Antoniella Schwengler und Mia Weber, Klassen F3 und F5, Clara-Grunwald-Schule

Von Josephine Bergmann, Finja Mönig, Tabea Muy, Antoniella Schwengler und Mia Weber, Klassen F3 und F5, Clara-Grunwald-Schule (Freiburg)

Fr, 27. März 2020

Zisch-Texte

ZISCH-INTERVIEW mit dem Schauspieler Christoph Kopp, der an der Clara-Grunwald-Schule in Freiburg mit Kindern gearbeitet hat .

Die Zisch-Reporterinnen Josephine Bergmann, Finja Mönig, Tabea Muy, Antoniella Schwengler und Mia Weber aus den Klassen F3 und F5 der Clara-Grunwald-Schule in Freiburg, haben den Schauspieler Christoph Kopp interviewt. Er leitete in vier Klassen ein Lyrikprojekt an, bei dem sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit magischen und tierischen Gedichten sowie sprachlichem Zauber befasst und beides zum Schluss auf der Bühne präsentiert haben (siehe Text links).

Zisch: Herr Kopp, wie kamen Sie auf die Idee, Schauspieler zu werden?
Kopp: Ich habe schon immer gern Theater gespielt, erst in der Schule, in der Theater-AG, dann in Studenten-Theatergruppen. Dabei habe ich gemerkt, dass es das ist, was ich auch am liebsten als Beruf machen möchte.
Zisch: Wie lange schauspielern Sie schon?
Kopp: Mein erster Auftritt war als Kind beim Krippenspiel, in der Kirche an Weihnachten. Beruflich habe ich vor etwa 25 Jahren damit angefangen.
Zisch: Was macht Ihnen an Ihrem Beruf besonders Spaß?
Kopp: Zum einen liebe ich gute Geschichten und ich liebe das Spielen mit anderen Menschen. An einem Theater ist das Schöne, dass viele Menschen zusammen arbeiten, die ganz verschieden sind und unterschiedliche Fähigkeiten haben. Also nicht nur Schauspielerinnen und Schauspieler, sondern auch Bühnentechnikerinnen, Tontechniker, Leute, die sich um das Licht kümmern, die Kostüme entwerfen und nähen, und viele mehr. Diese Menschen kommen oft aus verschiedenen Ländern und verschiedenen Kulturen. Alle arbeiten an einem bestimmten Thema und überlegen sich, wie man das am besten auf die Bühne bringen kann. Das ist eine sehr schöne Erfahrung, mit so vielen Menschen an einer Sache zusammenzuarbeiten.
Zisch: Wie wird man Schauspieler?
Kopp: Schauspieler wird man durch eine Ausbildung. Man bewirbt sich bei einer Schauspielschule. Die dauert in der Regel drei, manchmal auch vier Jahre.
Zisch: Was war bisher Ihre größte Rolle?
Kopp: Da kommt es darauf an, was man unter einer großen Rolle versteht. Denkt man an eine Hauptrolle, bei der man sehr viel auf der Bühne steht und viel Text hat, war das bei mir das Gespenst von Canterville am Stadttheater in Klagenfurt. Wenn man aber unter einer großen Rolle auch versteht, dass es eine große Herausforderung ist, dann war es bei mir eine Rolle ohne Text. Ich habe einen Idioten gespielt und hatte nichts zu sagen, war aber trotzdem oft auf der Bühne.
Zisch: Ist es ein Unterschied, ob viele Kinder oder ob viele Erwachsene im Publikum sitzen?
Kopp: Es ist ein riesiger Unterschied. Die Kinder reagieren viel direkter auf das, was auf der Bühne passiert. Man merkt sofort, wenn man schlecht spielt oder langweilig ist. Die Kinder trauen sich auch eher, etwas reinzurufen, wie zum Beispiel "Versteh ich nicht…". Das würden die meisten Erwachsenen nie zugeben. Mit Kindern ist es sehr viel lebendiger und oft auch lustiger.
Zisch: Wie kamen Sie dazu, mit Kindern in den Schulen Theater zu spielen?
Kopp: Das mache ich schon so lange, dass ich nicht mehr genau weiß, wie es dazu gekommen ist. Ich glaube, das kam durch meine Töchter. Als die in der Grundschule waren, habe ich damit angefangen, an Schulen zu arbeiten.
Zisch: Ist es auch ein Unterschied, ob man mit Kindern oder Erwachsenen Theater spielt?
Kopp: Da ist der Unterschied gar nicht so groß. Schauspieler und Schauspielerinnen sind Menschen, die gerne spielen, auch wenn sie erwachsen sind, und Kinder spielen auch gerne und können das noch sehr gut.
Zisch: An welchen Projekten arbeiten Sie zurzeit?
Kopp: Ehrlich gesagt, redet man als freier Schauspieler gar nicht so gern über Projekte, die man gerade angefangen hat. Man weiß oft nicht, ob sie überhaupt zustande kommen. Häufig scheitern Projekte daran, dass es nicht genügend Geld gibt. Auch euer Lyrikprojekt hat nur geklappt, weil der Förderverein das so großzügig mit viel Geld gefördert hat. Im Moment bereite ich ein Projekt vor, bei dem ich weiß, dass es zustande kommt, in einer Kindertagesstätte mit Kindern. Außerdem erzähle ich an Schulen Geschichten, zur Zeit auch an Gymnasien. Ein weiteres Projekt bereite ich gerade vor, bei dem weiß ich noch nicht, ob es zustande kommt.
Zisch: Was machen Sie gern in Ihrer Freizeit?
Kopp: Ich lese gern, bewege mich gern, mache Yoga und Thai Chi, und ich mache gern Musik. Ich spiele Akkordeon.