BZ-Serie

Schuldenkrise: Europa fehlt das Gleichgewicht

Ronny Gert Bürckholdt

Von Ronny Gert Bürckholdt

Sa, 24. September 2011 um 00:07 Uhr

Wirtschaft

Wie sind die Probleme entstanden, die die europäische Währungsunion an den Rand des Scheiterns brachten? Um diese Frage geht es im ersten Teil einer BZ-Serie zu Europas Schuldenkrise.

Der Euro könnte doch noch zum Teuro werden. Als er 1999 als Buch- und 2002 als Bargeld kam, fürchteten nicht wenige Deutsche, ihr Geld sei bald nichts mehr wert. Doch die Inflation ist niedriger als zu Zeiten der Mark. Unheil droht auf andere Weise. Die Währungsunion ist in eine existenzbedrohende Krise geraten. Der Münchner Ökonom Hans-Werner Sinn rechnet vor: Im schlimmsten Fall müsse der deutsche Steuerzahler wegen diverser Rettungsaktionen für 465 000 000 000 Euro geradestehen. Wenn am Donnerstag der Bundestag zusammenkommt, unternimmt die Politik einen neuen Versuch, die Lage in den Griff zu bekommen. Der Rettungsschirm EFSF wird vergrößert und er erhält mehr Werkzeuge. Allein für diesen Schirm geht Deutschland mit 253 Milliarden Euro ins Risiko. Wie konnte es so weit kommen?
Schulden sind nicht gleich Schulden
Es ist heute üblich, dass Staaten mehr Geld ausgeben als sie einnehmen. Der deutsche Staatsschuldenhaufen ist inzwischen mehr als zwei Billionen Euro groß. Das ist sechs Mal so viel wie jener Griechenlands. Trotzdem ist nicht Berlin, sondern Athen nur noch wegen milliardenschwerer Hilfszahlungen aus dem Ausland zahlungsfähig. Denn ein wirtschaftlich starkes Land kann sich mehr Schulden leisten als ein schwaches. Der Starke nimmt mehr Steuern ein. Ob ein Staat finanziell gesund ist, sieht man in der Regel am Verhältnis seiner gesamten Schulden zur Wirtschaftsleistung – jener Summe, die alle Firmen und Arbeitnehmer eines Landes innerhalb eines Jahres erwirtschaften. Diese Quote beträgt hierzulande etwa 80 Prozent, in Griechenland wird sie dieses Jahr über 160 Prozent klettern, auf den mit Abstand höchsten Wert aller Euroländer. Für ...

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