Schulklasse muss in Quarantäne

Martin Wendel und Marius Alexander

Von Martin Wendel & Marius Alexander

Mo, 22. Juni 2020

Kreis Emmendingen

Entscheidung, die Theodor-Frank-Schule nicht zu schließen, fiel bereits am Samstag / Alle Betroffenen werden nun getestet.

Drei neue Corona-Fälle meldete das Landratsamt Emmendingen am Samstag. Sie gehen offenbar auf ein privates Treffen zurück. Betroffen ist auch die Theodor-Frank-Schule in Teningen. Die Schüler einer Klasse sowie zwei Lehrer wurden in häusliche Quarantäne geschickt. Sie sowie weitere mögliche Kontaktpersonen sollen nun getestet werden. Am Sonntag stieg die Zahl der Corona-Fälle nicht an.

Alle drei Ansteckungen resultieren wahrscheinlich aus einem privaten Treffen, teilte das Landratsamt Emmendingen am Samstag mit. Eine der betroffenen infizierten Personen besuche die Theodor-Frank-Schule in Teningen.

In Absprache mit dem Bürgermeister und dem Schulleiter wurde die Entscheidung getroffen, dass alle Mitschülerinnen und -schüler der betroffenen Klasse und die beiden Lehrkräfte, die die Klasse unterrichtet haben, für 14 Tage in häusliche Quarantäne geschickt werden. "Die Mitarbeitenden des Gesundheitsamtes werden zügig versuchen, mit den Mitschülerinnen und Mitschülern Kontakt aufzunehmen", erklärte das Landratsamt. Durch die Infektionsschutzmaßnahmen, die die Schulleitung vorsorglich bisher schon ergriffen hatte, sei es nicht notwendig, dass die ganze Schule geschlossen werden muss, so die Kreisbehörde.

Teningens Bürgermeister Heinz-Rudolf Hagenacker informierte am späten Samstagnachmittag via Facebook ebenfalls über die Infektionen und die Konsequenzen für die Schule. Aufgrund der in der Schule umgesetzten Abstands- und Hygienemaßnahmen habe es nach aktuellem Sachstand keinen Kontakt zu Schülerinnen und Schülern anderer Klassen gegeben, so Hagenacker: "Die Infektionsschutzmaßnahmen der Schule wurden umgesetzt und haben gegriffen. Es besteht und bestand nach derzeitiger Erkenntnis keine Gefahr für weitere Personen, die am Schulbetrieb teilnehmen."

Glückliche Umstände machte Hagenacker auf BZ-Nachfrage am Sonntag dafür verantwortlich. Denn neben vorgegebenen Wegen im Schulgebäude und versetzten Unterrichtszeiten seien die Mensa und der Spiegelsaal der Ludwig-Jahn-Halle als Unterrichtsräume genutzt worden. Damit seien Klassen räumlich getrennt worden. In den großen Räumen der Mensa wie im Spiegelsaal hätten Klassenverbände nicht aufgeteilt werden müssen.

Mit der Kassenärztlichen Vereinigung ist laut Landratsamt abgesprochen, dass allen betroffenen Kontaktpersonen ein Test gemäß der Teststrategie des Landes Baden-Württemberg ermöglicht wird. Nach der Aussage von Bürgermeister Heinz-Rudolf Hagenacker beginne die Testphase bereits an diesem Montag.

Wie viele Menschen tatsächlich davon betroffen seien, könne nicht genau beziffert werden. Schülerinnen und Schüler, die in der Schule untereinander keinen engen Kontakt gehabt hätten, könnten diesen jedoch auch außerhalb des Unterrichts gepflegt haben. Außerdem könnten sie mit anderen Menschen in ihrer Familie, im Freundeskreis oder der Nachbarschaft näheren Kontakt gehabt haben.

Tests werden am Montag in Teningen vorgenommen

Von Vorteil sei, so Hagenacker am Sonntag, dass mit Dirk Kölblin, dem Notfalldienstbeauftragten der Kassenärztlichen Vereinigung für den Landkreis, ein ausgewiesener Experte in Teningen lebe und arbeite. Es werde gelingen, die Tests rasch und vor Ort abzuwickeln, ist sich Hagenacker sicher. Sollte sich jedoch herausstellen, dass mehrere Kinder von Infektionen betroffen seien, müsse die Lage neu bewertet werden.

Wie Dirk Kölblin mitgeteilt hat, wird seine Praxis an diesem Montag innerhalb von zwei Stunden sämtliche Test "abschließend erledigen". Er hoffe, bereits am Dienstabend die Ergebnisse zu bekommen. "Das geht auch ohne die Corona-Ambulanz", sagte Kölblin zuversichtlich.

In diesem Zusammenhang sagte Hagenacker, dass die Strategie einer schrittweisen Lockerung der Vorgaben richtig sei. "Aber ich mahne nochmals ausdrücklich, die Regeln einzuhalten." Es bestehe keinerlei Grund für panische Reaktionen. Gleichwohl gelte, unnötige soziale Kontakte zu vermeiden, Abstandsregeln zu beachten und Schutzmasken zu tragen. Dann sei er optimistisch, dass die notwendige Balance zwischen Öffnung und Reglementierung gefunden werde.

"Der bedauerliche Fall zeigt, dass die Corona-Krise leider noch nicht ausgestanden ist und wir alle miteinander weiterhin wachsam sein müssen", äußerte sich Landrat Hanno Hurth zu den neuen Corona-Fällen. Bürgermeister Hagenacker zeigte sich bereits am Samstag "erleichtert, dass die Abstimmung zwischen den beteiligten Behörden auch am Wochenende rasch und gut funktioniert hat."

Mit den drei neuen Fällen vom Samstag sind jetzt 533 Personen mit einer Corona-Infektion im Landkreis Emmendingen registriert, die Zahl der Todesfälle ist laut Landratsamt mit 43 Personen unverändert geblieben.