Schulsozialarbeit für Grundschulen

Jutta Schütz

Von Jutta Schütz

Do, 09. September 2021

Schliengen

Der Gemeinderat Schliengen möchte Schulsozialarbeit der Hebelschule auch auf die drei Grundschulstandorte ausweiten.

. Der Gemeinderat Schliengen will die Schulsozialarbeit auf die drei Grundschulaußenstellen der Hebelschule erweitern. Die Verwaltung soll dafür Förderzusagen mit dem Kommunalvervand für Jugend und Soziales (KVJS) und dem Landkreis abklären. Diese sind Voraussetzung für eine Vollzeitstelle in der Schulsozialarbeit.

Im Mai 2021 hatte der Schulleiter der Hebelschule, Andreas Schlageter, der Verwaltung und dem Gemeinderat mitgeteilt, dass prekäre Familienverhältnisse in der Gemeinde zunehmen. Bereits im Grundschulbereich sollte seiner Meinung nach präventiv Schulsozialarbeit angeboten werden, um Kindern zu helfen, die wegen familiärer Probleme vielleicht weniger Chancen in der Schule haben.

Die Verwaltung nahm daraufhin Kontakt mit dem Diakonischen Werk des Landkreises auf und die Thematik wurde zusammen mit der Schule besprochen. "Die Diakonie hat mitgeteilt, dass für drei Grundschulaußenstellen in Mauchen, Liel und Niedereggenen ein Stellenanteil von 50 bis 70 Prozent gerechnet werden müsste", sagte Bürgermeister Christian Renkert in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Ein Angebot der Diakonie liegt der Gemeinde seit dem 15. Juli vor. Bei einer Vollzeitstelle für die Schulsozialarbeit gäbe es einen Festzuschuss durch den überkommunalen Jugendhilfeträger KVJS in Höhe von 16 700 Euro sowie rund 29 500 Euro vom Jugendhilfeträger des Landkreises. Der Festzuschuss durch Schulträger im Kreis beträgt ebenfalls 29 500 Euro.

Kollegen in der Schulsozialarbeit und übergreifend die Diakonie als Ansprechpartner kämen auch Thea Rebholz als bisher einzigen Schulsozialarbeiterin in Schliengen gelegen. Sie sei, da sie direkt von der Gemeinde und nicht von einem freien Träger der Jugendhilfe angestellt ist, "Einzelkämpferin" und vermisse den Austausch mit Kollegen, berichtete Renkert. Bisher erhält die Gemeinde Schliengen keine Fördergelder für die Schulsozialarbeit für den Sekundarbereich. Der Landkreis fördert derzeit 42,75 Schulsozialarbeiterstellen, die Anzahl wurde durch einen Kreistagsbeschluss zunächst gedeckelt bis objektive Kriterien erarbeitet sind und der bedarfsgerechte Einsatz der Schulsozialarbeit geprüft ist, wie es in der Beschlussvorlage zum Tagesordnungspunkt heißt. Anhand der erwähnten zu erarbeitenden Kriterien soll festgestellt werden, welche Stellenanteile für die interessierten Schulen als erforderlich angesehen werden.

Bis wann die Deckelung der Stellen aufgehoben wird, ist noch nicht bekannt – bis Schuljahresbeginn in der kommenden Woche sei aber Renkert zufolge nicht damit zu rechnen. Um zu klären, ob eine Förderung der Schulsozialarbeit seitens des Landkreises möglich ist, soll ein Antrag gestellt werden, der den Umfang der Stellenbesetzung und die Höhe der Förderung enthalten soll. Renkert informierte auch darüber, dass womöglich erst mit dem Beginn des Schuljahres 2022/2023 mit der Einrichtung einer Schulsozialarbeitstelle für die Grundschulen in Schliengen zu rechnen sei. Er vermute, dass die Gemeinde dem Windhundprinzip folgt, das heißt: "Der Erste, der beantragt, bekommt eine Förderung", erklärte Renkert. Er versprach: Sobald die genauen Förderrichtlinien vorlägen, werde er am ersten Tag dann den entsprechenden Antrag "rausjagen".