Schwarzwaldhof '81: Ein Kommissar erinnert sich

David Weigend

Von David Weigend

Do, 15. November 2007 um 18:00 Uhr

Stadtgespräch (fudder)

Die Besetzung des Dreisamecks und des Schwarzwaldhofs gilt vielen als Inbegriff des linksalternativen Freiburger Widerstands. Rolf Schlotterer, Kriminaloberkommissar im Dezernat Linksterrorismus, wurde 1981 nach Freiburg geschickt, um die Szene der Hausbesetzer zu beobachten. 26 Jahre später berichtet er, was er damals erlebt hat.



Der Auftrag
Freiburg 1981. Zuerst wurde das Haus „Dreisameck“ besetzt, danach der „Schwarzwaldhof“. Im Zusammenhang mit diesen Hausbesetzungen kam es zu einer Vielzahl von schweren Straftaten: Brandstiftung, Landfriedensbruch, Raub, Körperverletzungen und Sachbeschädigungen in erheblichem Ausmaß.

Es lag der Verdacht vor, dass diesen Delikten politische Motive zu Grunde liegen. In solch einem Fall beginnt auch das Landeskriminalamt mit Ermittlungen. Ich war damals Kriminaloberkomissar im Dezernat Linksterrorismus und erhielt den Auftrag, mir ein Bild von der Situation zu machen. Wir organisierten eine Sonderkommission mit drei Abschnitten und insgesamt 60 Beamten.

Ich wurde zum Leiter einer dieser Abschnitte ernannt und war verantwortlich für Organisation, Logistik und Technik; auch für die Auswertung unserer verdeckten Maßnahmen. Diese waren insbesondere Observationen verdeckter Ermittler und Telefonüberwachungen.

Wir hatten den Auftrag, herauszufinden, ob es rund um den Schwarzwaldhof im strafrechtlichen Sinne eine kriminelle Vereinigung gegeben hat. Inwiefern waren die Straftaten organisiert und geplant?



Die Kommandozentrale
Die Situation in Freiburg 1981 war aufgeheizt. Die Szene hatte sich sehr gut organisiert. Aktionen der Polizei wurden frühzeitig gestört.

Bei 60 Soko-Mitarbeitern ist es gar nicht so einfach, einen Stützpunkt zu finden. Ich hatte den Auftrag, ein Objekt zu besorgen, das schwer ausspähbar war, und dieses als komplette Dienststelle auszustatten. Dazu bekam ich eine Sondervollmacht. Geld spielte keine Rolle.

Ich wählte eine große Villa in der Wiehre. Sie lag strategisch ...

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