Blick über den Rhein

Die Herbstmesse in Basel ist ein wichtiges Standbein für Claudio Meier

Valentin Zumsteg

Von Valentin Zumsteg

Di, 29. Oktober 2019 um 17:58 Uhr

Rheinfelden / Schweiz

Der Händler verkauft seit fünf Jahren bei der Basler Herbstmesse Duftkerzen. An einem guten Wochenende macht er dort so viel Umsatz wie in einem Monat in seinem Laden in Rheinfelden/Schweiz.

Für Claudio Meier ist die Basler Herbstmesse ein wichtiger Anlass. Seit 2015 hat der Ladenbesitzer aus der Schwesterstadt jedes Jahr einen Stand auf dem Petersplatz. Er freut sich auf die Marktzeit – sie ist aber auch anstrengend. 245 Warenstände warten auch dieser Tage aufs Publikum und Käufer.

Der Rheinfelder kann ein kleines Jubiläum feiern: Zum fünften Mal hat er einen Stand auf dem Petersplatz, dort verkauft er vor allem Duftkerzen im Glas. "Ich freue mich, dass ich wieder dabei sein darf. Die Herbstmesse ist für mich ein wichtiges Standbein." Was das genau bedeutet, erklärt er so: "An einem guten Wochenende mache ich an der Herbstmesse so viel Umsatz wie in meinem Laden in Rheinfelden in einem Monat. Das gibt ein Polster, um die Rechnungen bezahlen zu können." Entscheidend ist aber, dass das Wetter mitspielt. Regnet es, dann kommen deutlich weniger Leute und es wird viel weniger gekauft.

Ein bisschen nervös ist er immer noch

"Der Umsatz an der Herbstmesse hat sich für mich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt. Es gibt zahlreiche Stammgäste, die jedes Jahr vorbeischauen und einkaufen", freut sich der 53-Jährige. Doch das kommt nicht von allein: "Man muss mit den Leuten reden und so auch für ein bisschen Unterhaltung sorgen." Während der Messezeit hat er seinen Laden in der Rheinfelder Marktgasse geschlossen. "Es würde sich nicht lohnen, wenn ich dort jemand anstellen und einen Lohn zahlen müsste."

Obwohl Meier in Basel bereits zu den Routiniers gehört, spürt er jedes Mal kurz vor dem Start eine gewisse Unruhe: "Ich bin immer etwas nervös: Klappt alles, habe ich nichts vergessen, stimmt der Umsatz? Das sind die Fragen, die mich jeweils beschäftigen." Positiv findet er die Kollegialität unter den Marktfahrern. "Man hilft sich gegenseitig. Mit einigen gehe ich morgens vor der Eröffnung einen Kaffee trinken. Wir sind wie eine kleine Familie." Meier genießt die Messezeit, sie ist für den Einmann-Unternehmer aber auch anstrengend: "Von 10 bis 20 Uhr stehe ich jeden Tag am Stand. Ich gehe morgens um 8 Uhr aus dem Haus und komme abends nach 21 Uhr zurück. Nach ein paar Tagen spürt man das."
Die Herbstmesse dauert noch bis Dienstag, 12. November. http://www.herbstmesse.bs.ch

"In den vergangenen Jahren ist der Umsatz bei vielen Märkten in der Region retour gegangen", stellt Meier fest, der seine Waren an verschiedenen Orten feilbietet. Er erklärt sich diesen Rückgang unter anderem mit dem zunehmenden Online-Handel. "Die Basler Herbstmesse ist aber stabil. Hier kommen die Leute und gönnen sich etwas."