Corona-Regeln

Schweiz zeigt sachlichen Umgang mit der Pandemie

Wolfgang Motz

Von Wolfgang Motz (Freiburg)

Di, 04. Mai 2021

Leserbriefe

Zu: "Nicht wissenschaftlich begründet", Interview von Michael Saurer mit Klaus Stöhr (Politik, 23. April)

Danke für das Interview mit dem Epidemiologen Klaus Stöhr. Hier wird deutlich, dass ein Inzidenzgrenzwert von 100 ohne Berücksichtigung der Zahl der Erkrankten und der Situation auf den Intensivstationen wenig Sinn macht als Begründung für Freiheitsbeschränkungen. Es ist mir unbegreiflich, dass die Regierung diesen wichtigen Aspekt beim Infektionsschutzgesetz nicht berücksichtigt hat. Die Neue Zürcher Zeitung kommentierte am 21. April: "Das neue Infektionsschutzgesetz ist ein Ausdruck von Unfreiheit, Angst und Hilflosigkeit – und eine Herausforderung für den Rechtsstaat." Laut dem Infektionsschutzgesetz sollen ab einer Inzidenz von 100 die Theater, Kinos und Restaurants geschlossen werden. Freiburg lag lange unter diesem Wert, aber trotzdem besteht seit November ein harter Lockdown für Kultur und Gastronomie. Umgekehrt gilt dieser Grenzwert also nicht. Warum gibt es für diese Bereiche keine Öffnungsperspektiven?

Die Schweiz und Österreich beweisen uns, dass ein anderes Vorgehen möglich ist. Die Schweiz zeigt auch, wie man in ruhiger, sachlicher Weise mit der Pandemie umgehen kann, mit einem breiten Expertengremium, ohne Angstmacherei und mit klaren Perspektiven für die Bevölkerung. Mit ihren wissenschaftlich nicht begründeten, willkürlichen Maßnahmen verstärkt die Regierung unseres Landes ein Klima der Lähmung und Frustration, das überspitzt, aber treffend seinen Ausdruck findet in der Satire-Aktion #allesdichtmachen. Wolfgang Motz, Freiburg