DEL

Schwenningen korrigiert Saisonziel und will primär den Abstieg vermeiden

Heinz Wittmann

Von Heinz Wittmann

Mi, 22. Dezember 2021 um 11:02 Uhr

Schwenningen Wild Wings

Geschäftsführer Sandner hält nichts vom Blick auf die Playoffs und fordert im Abstiegskampf den Blick nach unten ein. Unterdessen bahnt sich der Abgang von Kapitän Travis Turnbull an.

Wild-Wings-Geschäftsführer Christoph Sandner spricht erstmals von einer Korrektur des Saisonziels. "Platz zehn sollten wir nicht anvisieren. Wir sollten nach hinten schauen, unser primäres Ziel muss es sein, den Abstieg zu vermeiden", sagte Sandner am Sonntag unmittelbar vor dem Heimspiel gegen Straubing beim clubeigenen Wild Wings-TV.

"Es muss sich dringend etwas ändern. Es muss mehr kommen von der Mannschaft", so der Geschäftsführer. "Wir müssen unser Spiel nach vorne verbessern. Disziplin und Überzahlspiel müssen besser werden. Wir brauchen dringend Punkte." Der Appell war freilich ungehört verhallt, nach 13 Minuten lagen die Wild Wings gegen Straubing mit 0:3 zurück, verloren am Ende mit 3:5. Die Schwenninger Kufencracks waren ähnlich schwach und harmlos wie am Freitag bei der 0:3-Pleite in Wolfsburg aufgetreten.

Christof Kreutzer, Sportdirektor und Trainer in Personalunion, sagt zwar auch, dass man die Möglichkeit des Abstiegs "nicht außer acht lassen" dürfe, will freilich am Saisonziel Playoffs festhalten. Allerdings fehlen den Wild Wings auf Rang zehn, den die Nürnberg Ice Tigers einnehmen, satte zehn Punkte, und dabei haben die Nürnberger auch noch zwei Spiele weniger ausgetragen.

Das nun erstmals von Sander ausgelobte neue Ziel "Klassenerhalt" erscheint plausibel. Sollte die DEL im Januar bekannt geben, dass der Abstieg erneut ausgesetzt wird, so stünden die Schwäne ganz ohne Ziele für die Runde da, die immerhin noch mindestens 26 Spiele für die Wild Wings bereithält. Während Kreutzer die Ausfälle von Torwart Joacim Eriksson, der Verteidiger Niklas Burström und Will Weber sowie Stürmer Tylor Spink beklagt, lässt Sandner die Personalsituation als Ausrede nicht gelten.

"Andere Klubs haben auch eine kurze Bank", so Sandner. Sogar den glücklosen Stürmer Patrik Lundh, den der schwedische Erstligist Färjestad BK verpflichten möchte, will Trainer Kreutzer nicht ziehen lassen. "Patrik will weg. Er steht aber bei uns unter Vertrag und wir haben das Sagen", so der Trainer. "Ich kann ihn nicht gehen lassen, so lange ich keinen Ersatz für ihn habe."

Die mögliche Verpflichtung eines elften Ausländers sei gescheitert und der Markt sei schwierig. Eriksson konnte am Wochenende nicht spielen, weil er seinem erkrankten Söhnchen beistehen wollte, Kreutzer geht aber davon aus, dass die schwedische Nummer eins im Schwenninger Kasten diese Woche wieder mittrainiert und spielen kann.

Verteidiger Niklas Burström fällt nach seinem Handbruch bis Ende Februar aus. Will Weber ist am kommenden Donnerstag in Berlin gesperrt, kann am zweiten Weihnachtsfeiertag in Krefeld aber wieder mitwirken. Unterdessen bahnt sich der Abgang von Kapitän Travis Turnbull nach der Saison an. Seine Frau und seine Kinder werden nach Weihnachten in die Vereinigten Staaten zurückkehren.