Ideen für die schöne Badestelle

Peter Stellmach

Von Peter Stellmach

Do, 08. April 2021

Titisee-Neustadt

Das Schwimmbecken auffüllen, die Zäune weg: Schon wäre Raum für großzügige Gestaltung und zusätzliche Nutzung.

Im Rathaus werden Pläne geschmiedet, wie man den Menschen, sobald die Pandemie Freiheiten zulässt, mehr Lebensqualität bieten kann. So soll die Badestelle am Titisee neu gestaltet werden, damit man Lust darauf bekommt, "die Seele baumeln zu lassen", wie Bürgermeisterin Meike Folkerts sagt. Da es weiter schwierig sein dürfte, Urlaub woanders zu machen, soll hier etwas geboten werden. Dazu soll das Schwimmbecken des Strandbads mit Sand aufgefüllt werden.

. Was auf den ersten Blick irritieren mag, würde neue Möglichkeiten für die Badestelle eröffnen. Denn wäre das Becken als Gefahrenstelle ausgeschaltet, könnten die allgemein als hässlich angesehenen Bauzäune und Sperren beseitigt werden. Man hätte mehr Platz, die Fläche könnte – das ist die Überlegung – besser für Freizeit, Entspannung und Ruhe ausgenutzt werden. Gedacht ist an eine Wiederbelebung des Kleinkindbereichs. Raum ergäbe sich für Freiluftveranstaltungen wie Kleinkunst, Ausstellungen und Lesungen, Folkerts kann sich Bürgerworkshops und Jugendbeteiligung vorstellen. Ihr Motto: "Das Beste aus der Situation machen, etwas Schönes entstehen lassen."

Könnte dies das Ende des Strandbads als Schwimmbad bedeuten? In der Vergangenheit war den Bürgern zugesagt worden, über eine Wiedereröffnung zumindest im Gespräch zu bleiben.

Nein, heißt es, denn es sollen keine bestehenden Strukturen zerstört werden, alles ließe sich wiederherstellen. Die Bürgermeisterin sagt, die Wiedereröffnung werde – sofern keine Förderung kommt – "realistischerweise nicht innerhalb der kommenden fünf Jahre zu machen sein". Allein für die Instandsetzung der Technik wären ein hoher sechsstelliger Betrag und Personal erforderlich sowie die Aussicht, im Haushalt ein zusätzliches Defizit stemmen zu können. Ihre Einschätzung: "Die Rahmenbedingungen sind leider eher schlechter als 2017." Damals wurde das Strandbad eingemottet. Diesen Zustand will sie niemandem länger zumuten. Vielmehr soll vor allem den Einwohnern ein Ort des Wohlfühlens gegeben werden: "Wir bringen das Urlaubsfeeling einfach nach Titisee-Neustadt."

"Wir wollen uns rechtzeitig um den Sommer kümmern", sagt Folkerts. Den ersten Schritt hat die Verwaltung durch die Ausschreibung des Kioskbetriebs gemacht. Regional und frisch soll Trumpf sein. Einige Bewerbungen seien bereits eingegangen, heißt es.

Ob und wann die Badestelle eröffnet werden kann, hängt von der Pandemielage ab. Aufbauend auf den Erfahrungen vom vergangenen Jahr wird ein Hygienekonzept vorbereitet. Zur Entlastung des Kurgartens soll es wie im vergangenen Sommer Öffnungs- und Schließzeiten sowie Kontrollen geben.

Über die Badestelle Titisee wird das Freibad Neustadt nicht vergessen. Auch hier ist der Kioskbetrieb ausgeschrieben, auch hier geht es um die Vorbereitung der Infrastruktur und das Hygienekonzept. Folkerts verspricht: "Wie im letzten Jahr, werden wir auch im Sommer 2021 alles Mögliche unternehmen, um eine Freibadsaison in Neustadt zu haben."

Mit dem Auffüllen des Beckens für 55 000 Euro beschäftigt sich der Gemeinderatsausschuss Umwelt/Technik am Dienstag, 13. April (18.30 Uhr, Feuerwehrhaus).