Straße von Hormus

See-Zwischenfall mit iranischen und britischen Schiffen im Persischen Golf

dpa/afp/bz

Von dpa, afp & BZ-Redaktion

Do, 11. Juli 2019 um 09:20 Uhr

Ausland

Die Iran-Krise spitzt sich zu: Wieder hat sich ein Zwischenfall mit einem Tanker nahe der Straße von Hormus abgespielt. Und wieder gibt es Schuldzuweisungen in Richtung Teheran.

Die britische Regierung hat einen Zwischenfall mit einem Öltanker im Persischen Golf bestätigt. "Entgegen internationalem Recht versuchten drei iranische Schiffe, die Durchfahrt eines Handelsschiffes, der ’British Heritage’, in der Straße von Hormus zu behindern", teilte ein Sprecher der Regierung in London am Donnerstagmorgen mit. Die iranischen Revolutionsgarden dementieren den gesamten Vorfall. "In den vergangenen 24 Stunden hatten wir in der Straße von Hormus keinen Zwischenfall mit ausländischen Schiffen, auch nicht mit einem britischen", erklärten die Revolutionsgarden am Donnerstag auf ihrer Webseite.

"Wir (...) fordern die iranischen Behörden weiterhin dringend auf, die Situation in der Region zu deeskalieren." Britisches Verteidigungsministerium
Zuvor hatten US-Medien unter Berufung auf US-Regierungsquellen berichtet, dass sich fünf bewaffnete Boote der iranischen Revolutionsgarden einem britischen Tanker am Mittwoch genähert und diesen aufgefordert hätten, seinen Kurs in Richtung iranische Gewässer zu ändern. Ein britisches Kriegsschiff sei eingeschritten und habe die Boote zurückgedrängt, berichtete CNN.

In der Erklärung des britischen Verteidigungsministeriums hieß es dazu: "Die ’HMS Montrose’ war gezwungen, sich zwischen die iranischen Boote und die ’British Heritage’ zu positionieren und verbale Warnungen an die Boote abzugeben." Die iranischen Schiffe hätten daraufhin abgedreht. "Wir sind über diese Aktion beunruhigt und fordern die iranischen Behörden weiterhin dringend auf, die Situation in der Region zu deeskalieren" hieß es weiter.

Reaktion auf Stopp von iranischem Tankschiff?

Die betroffene Meerenge, die Straße von Hormus, ist eine der wichtigsten Seestraßen überhaupt. Sie verbindet die ölreiche Golfregion mit dem offenen Meer. Über die Strecke läuft ein großer Teil des weltweiten Öltransports per Schiff.

Der iranische Präsident Hassan Ruhani hatte Großbritannien zuvor wegen des Stopps eines iranischen Öltankers an anderer Stelle – vor Gibraltar an der Südspitze Spaniens - mit Konsequenzen gedroht. "Der Stopp des Supertankers durch die Briten war ein Fehler und dumm (...). Wir müssen uns alle dafür einsetzen, dass die internationale Schifffahrt sicher bleibt und sie nicht mit solchen Aktionen unsicher machen", sagte Ruhani am Mittwoch. Großbritannien solle dies beherzigen, "um später nicht die Konsequenzen zu tragen".

Der iranische Supertanker "Grace 1" war in der vergangenen Woche vor Gibraltar wegen des Verdachts illegaler Öllieferungen für Syrien gestoppt worden. Auch die britische Marine war an der Aktion beteiligt.

Entspannung zwischen den USA und dem Iran ist nicht in Sicht

Im Juni hatte es im Golf von Oman bereits mysteriöse Zwischenfälle mit zwei Tankern gegeben. Die US-Regierung machte dafür den Iran verantwortlich, die Führung in Teheran bestritt die Vorwürfe. Die Vorfälle schürten international Ängste vor einer militärischen Eskalation zwischen beiden Staaten.

Eine Entspannung in dem Konflikt zwischen den USA und dem Iran ist derzeit nicht in Sicht. US-Präsident Donald Trump hatte der Führung in Teheran am Mittwoch mit einer weiteren Verschärfung der Sanktionen gedroht und ihr vorgeworfen, sie reichere seit langem heimlich Uran an.