Seniorinnen und Senioren, die Studierenden helfen

Carola Bruhier

Von Carola Bruhier

Do, 30. Juni 2022

Offenburg

20 Jahre Senior Service / Gemeinsame Unternehmungen und Hilfestellung / Ehrungen für ehrenamtliches Engagement.

. Zwanzig Jahre sind die ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürger des Senior Service für ausländische Studierende in Offenburg schon aktiv. Bei der Jubiläumsfeier am vergangenen Freitagnachmittag an der Hochschule Offenburg wurden elf Ehrenamtliche, die sich seit 15 Jahren und länger beim Senior Service engagieren, geehrt.

Franz Roser, Leiter des Senior Service, fand für jede und jeden persönliche Worte oder eine Anekdote. Die Ehrungen übergab Martina Köllner, Leiterin des Fachbereichs Familien, Schulen und Soziales bei der Stadt Offenburg. Den Ehepaaren Marieluise und Uwe Budiner, Helga und Ekkehart Geisel, Rita und Gerald Jakobson, Magot und Hans-Dieter Keck, Helga und Günter Matthias, Jeannine und Hartmut Söhnel, Gisela und Christian Venot sowie Brigitte Fredenhagen, Heidrun Ritter, Eva Schneider wurde mit einem Präsent und Blumen für ihr Engagement gedankt.

Von den 75 Mitgliedern des Senior Service waren 45 erschienen. "So viele wie schon lange nicht mehr", freute sich Roser, auch im Rückblick auf die vergangenen zwei Pandemiejahre, in denen Aktionen oder Treffen in Präsenz nicht möglich waren. Unternehmungen mit den Studierenden, wie Wanderungen, Ausflüge, gemeinsames Kochen, Backen, der Projekt-Chor, Hilfestellungen im Alltag oder bei der Bewältigung von Schwierigkeiten beim Studium gehörten in den Jahren davor zu den Aufgaben des Senior Service.

Professor Lothar Schüssele, mittlerweile im Ruhestand, erinnerte sich, wie im Jahr 2002 alles begann. Die Hochschule Offenburg hatte sich kurz zuvor mit mehren englischsprachigen Studiengängen für ausländische Studierende neu aufgestellt und stand vor der Frage, wie Offenburg in der Welt und bei den Studierenden bekannter werden kann. Seine Idee: "Wenn wir es schaffen, dass sich die Studierenden besonders wohl fühlen bei uns, spricht sich das rum." Der damalige Offenburger Oberbürgermeister Wolfgang Bruder hatte die Idee die Studierenden mit den engagierten Bürgerinnen und Bürgern des Seniorenbüros zusammenzubringen.

Schüssele erinnerte auch an die 2018 verstorbene Gerlinde Kuhnmünch, die damals im Senioren Büro engagiert war. Sie fing Feuer für die Idee Offenburger Senioren und Studierende aus aller Welt zusammenzubringen, war Motor bei der Gründung des Senior Service und dann bis 2010 dessen engagierte Leiterin. Mit ihr zusammen arbeitete Silvia Falk, die achtzehn Jahre lang bis zu ihrem Ruhestand das Seniorenbüro Offenburg leitete. Auch für ihren Einsatz dankte Köllner. Hochschulrektor Stephan Trahasch sieht in den Ehrenamtlichen "Brückenbauerinnen und Brückenbauer zwischen Generationen, Nationen und Kulturen in einer Zeit, in der die Ablehnung all dessen, was nicht ins eigene Weltbild passt, wieder erschreckend präsent wird." Trahasch freut sich, dass die Hochschule Offenburg mit dem Senior Service ein in Deutschland einmaliges Projekt hat und andere Städte und Hochschulen inspiriert. Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft hatte 2010 dem Senior Service dafür die "Hochschulperle" verliehen.