Seppenhofen bekommt eine Chronik

Christa Maier

Von Christa Maier

Mi, 24. Juni 2020 um 17:28 Uhr

Löffingen

Der Löffinger Ortsteils Seppenhofen soll eine Ortschronik bekommen. Mit der Aufgabe betraut wurde der Historiker, Heimatforscher und gebürtige Seppenhofener Matthias Wider.

. Ein anderer Löffinger Heimatforscher, Rudolf Gwinner, hatte Bürgermeister Tobias Link vorgeschlagen, mit Blick auf die 900-Jahrfeier Seppenhofens im Jahr 2022 eine Ortschronik erstellen zu lassen, und empfahl ihm als Autor den Historiker und gebürtigen Seppenhofener Matthias Wider.

Die Geschichte des Ortsteils Seppenhofen war bisher nämlihc nicht so gut erforscht wie die der umliegenden Orte. Zuletzt hatte sich Rudolf Gwinner der Geschichte Seppenhofens gewidmet. Demnach ist das Dorf vermutlich von Löffingen aus gegründet worden. Gwinner stellt eine enge Verbundenheit der beiden Orte schon durch die kirchliche Zugehörigkeit von Seppenhofen zu Löffingen fest. Bestätigt werde dies auch dadurch, dass die Männerseite der Löffinger Kirche früher als "Seppenhofer Seite" bezeichnet wurde. Auch haben die Kinder beider Gemeinden immer gemeinsam ihre Erstkommunion in Löffingen gefeiert.

Laut Rudolf Gwinner wurde der Ort erstmals 1122 als Seppinhovin in einer Urkunde der örtlichen Adelsfamilie Biccho von Seppinhovin (vom Kloster Allerheiligen) und dessen Vogt, Adelbert von Mörsberg, erwähnt. Ab dem Jahr 1272 wird als Ortsadel ein Frater Marquardus vom Johanniter-Ordenhaus zu "Uriburg" oder Burg de Ura-Lenzkirch genannt. 1345 verkaufte ein Johann von Reischach die wirtschaftliche Nutzung (Lehenshoheit) an das Kloster Friedenweiler, während die Vogteirechte die Fürstenberger weiterhin innehatten. Traurige Berühmtheit erlangte Seppenhofen durch den ab 1628 agierenden Stabhalter des Fürstenbergischen Landgerichts, Matthias Glunk. "Er führte viele Frauen der Hexenverbrennung zu", sagt Gwinner. Glunk selbst wurde 1636 im Rahmen der Hexenprozesse enthauptet.

Bedeutung hatte der Ort durch die beiden Mühlen am Bittenbach, die Untere Mühle (Linsimühle) und die Obere Mühle, die einen wichtigen Wirtschaftszweig der einstigen Kornkammer Badens, der Baar, widerspiegelten. Die Obere Mühle hatte besagter Stabhalter kurze Zeit in Besitz. Unter weiteren Besitzern ist auch dessen Urenkel Abt Petrus Glunk (Augustiner-Chorherrenstift) verzeichnet, der Abt von St. Märgen (1736-1766) war.

Einen Hinweis auf die Zugehörigkeit zur Landeshoheit der Fürstenberger und die große Bedeutung der Mühlen findet man im Gemeindewappen von Seppenhofen. Es zeigt ein rotes Mühlrad auf silbernem Grund, das von blauen Wellen umrahmt wird. "Dies findet man auch im Fürstenberger Wappen", sagt Gwinner.