Shiffrin fühlt sich wie beim ersten Sieg

dpa

Von dpa

Mo, 23. November 2020

Ski Alpin

Comeback im Frauen-Slalom mit den Plätzen zwei und fünf.

Mikaela Shiffrin wusste nicht wohin mit all ihren Gefühlen. Mal schossen der besten Skirennfahrerin der Welt Tränen in die Augen, dann musste sie wieder lachen. So einen Weltcup hatte die Amerikanerin noch nie erlebt – und so hatte sie einen zweiten Platz noch nie gefeiert. "Das war ein ganz spezieller Tag", sagte Shiffrin nach dem Slalom von Levi am Samstag, bei dem sie nach fast zehn Monaten Rennpause wegen des Unfalltodes ihres Vaters ein Comeback gegeben hatte. "Es hat sich angefühlt wie mein erster Sieg."

Wer Shiffrins alpines Renn-Wochenende in Lappland anhand der Zahlen analysiert, der sieht: Im ersten Slalom fehlten ihr als Zweitplatzierter 0,18 Sekunden auf Siegerin Petra Vlhova. Beim zweiten Erfolg der Slowakin am Sonntag verpasste eine sichtlich erschöpfte Shiffrin dann als Fünfte (+0,93) das Siegerpodest. Ergebnisse und Statistiken aber spielten für die 25-Jährige bei ihrem Trip an den finnischen Polarkreis kaum eine Rolle. Nach 300 Tagen Rennpause wegen des Todes ihres Vaters im Februar, des abrupten Endes der Saison in der Corona-Pandemie und zuletzt einer Rückenblessur war der Start in Levi vor allem ein emotionaler Erfolg für sie. "Ich habe so viel Glück gespürt beim Skifahren", berichtete Shiffrin. "Diesen zweiten Platz genieße ich mehr als je zuvor. Natürlich kann ich schneller fahren. Aber ich hatte Spaß."

Die Dauerrivalin Vlhova untermauerte derweil ihren Anspruch, Shiffrin als beste Technikerin und Gesamtweltcupsiegerin im Weltcup abzulösen. "Shiffrin hat noch unfassbar viel Potenzial. Sie hat noch lange nicht gezeigt, was sie kann", urteilte jedoch TV-Experte Felix Neureuther.

Die deutschen Starterinnen waren in Levi weit weg von der Form, die sie sich erhofft hatten. Nachdem am Samstag Lena Dürr (17.), Andrea Filser (23.) und Marina Wallner (24.) immerhin in die Punkteränge gefahren waren, schaffte das am Sonntag nur Dürr (21.).