US-Truppenabzug

Sie sollen bitte auch die Atomwaffen mitnehmen

Barbara Schmidt

Von Barbara Schmidt (Endingen)

Di, 23. Juni 2020

Leserbriefe

Zu: "Trump will 10 000 Soldaten abziehen", Beitrag von Jan Dörner und Agentur (Politik, 17. Juni)

Vor 75 Jahren endete der letzte Weltkrieg und vor drei Jahrzehnten der Warschauer Pakt. Da sollte es doch eigentlich selbstverständlich sein, dass die US-Truppen aus Deutschland zurückgezogen werden. Jetzt droht Herr Trump mit dem Abzug eines Teils der Truppen, weil wir nach seiner Ansicht zu wenig Geld für Rüstung ausgeben. Doch Deutschland war im letzten Jahr wegen des amerikanischen Drucks Aufrüstungsweltmeister.

Was ich in der BZ gerne mal lesen würde, ist die Tatsache, dass Russland im letzten Jahr 65 Milliarden US-Dollar für Rüstung ausgegeben hat und die Nato 1035 Milliarden US-Dollar. Wenn jetzt tatsächlich 10 000 amerikanische Soldaten abgezogen werden, dann sollen sie bitte auch die amerikanischen Atomwaffen aus Büchel mitnehmen. Denn im letzten Wahlkampf hatte US-Präsident Trump in einem einstündigen Gespräch über Außenpolitik und Atomwaffen gleich dreimal gefragt: "Wenn wir sie haben, warum können wir sie nicht benutzen?" Auch die militärische Infrastruktur, mit der von deutschem Boden aus globale Kriege für Öl und Macht geführt und Menschenrechte verletzt wurden, sollten endlich nach Amerika zurückgezogen werden.

Was ich in unserer Politik und vielen Medien vermisse, ist kluge, nachdenkliche Souveränität. Dazu gehört auch die Frage, was die teure deutsche Beteiligung am Krieg in Afghanistan tatsächlich gebracht hat. Barbara Schmidt, Endingen