Europameisterschaft

Sind die deutschen Volleyballer bereit für den nächsten Schritt?

dpa

Von dpa

Di, 14. September 2021 um 20:30 Uhr

Volleyball

Mit ihrem italienischen Trainer treffen die deutschen Volleyballer im Halbfinale der Europameisterschaft auf Italien.

Bundestrainer Andrea Giani lobt seinen italienischen Trainer-Kollegen in höchsten Tönen, doch die deutschen Volleyballer fühlen sich bereit für den nächsten großen Schritt bei der Europameisterschaft. "Wer will nicht gegen Italien gewinnen?", fragte Starspieler Georg Grozer rhetorisch bei einer Online-Pressekonferenz vor dem Viertelfinale gegen die Südeuropäer an diesem Mittwoch (16 Uhr/Sport1+) im tschechischen Ostrau (Ostrava).

Wie schwierig das für den EM-Zweiten von 2017 werden könnte, zeigt ein Blick in die Statistik: Olympia-Viertelfinalist Italien hat im gesamten Turnier bislang nur zwei Sätze abgegeben. "Das Besondere an der Mannschaft ist der Coach", sagte Bundestrainer Andrea Giani. Seit der frühere Weltklasse-Zuspieler Ferdinando De Giorgi nach den Spielen in Tokio im August die Squadra Azzurra übernahm, "haben die Italiener die Art, wie sie den Ball behandeln, deutlich verändert".

Das Team sei äußerst ausgeglichen, verfüge über einen starken Aufschlag, eine stabile Annahme und leiste sich extrem wenige Fehler. "Es ist eine sehr junge Mannschaft, die viel Energie aufs Feld bringt."

Die beiden Trainer kennen sich sehr gut. Als Spieler gewannen sie zusammen in den 1990er Jahren drei Weltmeistertitel. Der aus Neapel stammende Giani erklärte, dass nach der Nationalhymne seines Heimatlandes das Duell gegen Italien nur noch das seiner eigenen Mannschaft gegen eine andere sei, das es zu gewinnen gelte. Der 51-Jährige kündigte an, dabei auf die gleiche Formation setzen zu wollen wie beim mit 3:1 gewonnenen Achtelfinale am Sonntag gegen Bulgarien. Auf Außen bekommt damit erneut der 25 Jahre alte Moritz Karlitzek den Vorzug gegenüber dem sechs Jahre älteren Kapitän Christian Fromm. "Er ist der schnellste Aufschläger im Angriff und hat auch in der Offensive eine hohe Effizienz", erklärte Giani. Der eigene Service bereitete der Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes zuletzt immer wieder Probleme. Die Zahl der Fehlaufschläge war zu hoch. "Der Aufschlag ist in der Weltklasse eines der Kernelemente" und werde es auch gegen Italien sein, betonte Giani. "Man darf dabei nicht zu wenig Druck, aber auch nicht zu viele Fehler machen."

Topscorer Karlitzek sorgte gegen Bulgarien für sechs Asse und erzielte zusammen mit Grozer entscheidende Breakpunkte. Grozer, der mit seinem Hammerschlag auf der Diagonalposition glänzt, begrüßte, dass sein Backup Linus Weber ihm die Möglichkeit verschaffe, die richtige Balance zwischen Belastung und Entlastung zu halten. "Manchmal zwickt das Knie", sagte der 36-Jährige. Aber das sei normal und soll den Routinier nicht daran hindern, mit seinem Team den nächsten großen Schritt zu gehen.