Regeln

Sind in der neuen Saison Eishockey-Spiele mit Zuschauern möglich?

dpa

Von dpa

Do, 16. Juli 2020 um 20:42 Uhr

Eishockey

Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) will mit einem Hygienekonzept in der neuen Saison vor Zuschauern spielen. Ob dies auch in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gelingt, ist unklar.

"Jetzt sind die Clubs gefordert. Das Entscheidende muss jetzt vor Ort passieren", sagte DEL-Spielbetriebsleiter Jörg von Ameln.

Die regionalen Gesundheitsämter müssen die Regeln der Clubs absegnen

Auf Grundlage des Plans sollen die Proficlubs nun jeweils ein eigenes Konzept erstellen, über das letztendlich die regionalen Gesundheitsämter entscheiden. Anders als im Fußball sind die Profiligen im Eishockey, Handball und Basketball zwingend auf Zuschauer angewiesen. Geisterspiele sind wirtschaftlich nicht darstellbar und jeweils nur für eine begrenzte Zeit denkbar. Unabhängig vom vorgestellten Eishockeykonzept, das zunächst vor allem eine Rückkehr zum Trainings- und Spielbetrieb ermöglichen soll, arbeiten Vertreter der Eishockey-, Handball- und Basketball-Profiligen gemeinsam daran, die kommende Spielzeit mit Zuschauern zu ermöglichen.

Um Zeit dafür zu gewinnen, verlegten alle Ligen ihre Saisonstarts. Die Handball-Bundesliga soll am 1. Oktober starten, DEL und Basketball-Bundesliga dagegen erst im November. "Wir begrüßen die Entscheidung ausdrücklich, den Saisonbeginn auf den November zu verschieben", sagte Christoph Sandner, Geschäftsführer der Schwenninger Wild Wings, auf BZ-Nachfrage. Dies gebe allen DEL-Klubs die Möglichkeit, die notwendigen Konzepte für die Wiederzulassung von Zuschauern zu optimieren.

Sprechchöre nur mit Masken

"Wir brauchen Zuschauer", sagte DEB-Präsident Franz Reindl. "Wir tun alles dafür, dass wir mit Zuschauern spielen können." Die müssten dann aber wohl einige Einschränkungen in Kauf nehmen. DEB-Sportdirektor Stefan Schaidnagel prophezeite vorgegebene Wege, etwa zu den Toiletten oder zum Bratwurststand. "Möglichkeiten zu Fiebermessungen im Eingangsbereich vor Betreten des Stadions müssen geschaffen werden", heißt es zudem im Konzept. Singen und Anfeuern soll nur, wer eine sogenannte FFP2-Maske trägt. Wie sich die durch Masken gesungenen Sprechchöre anhören, ist nur eine der Fragen, die noch unbeantwortet blieben.

Da alles auf einen Spielbetrieb mit Zuschauern ausgelegt ist, blieb das vom DEB vorgelegte Konzept – anders als etwa das von der Deutschen Fußball-Liga für ihre Geisterspiele – in Teilen reichlich vage. Denn über die Zulassung von Zuschauern kann in jedem Bundesland anders entschieden werden. Auch die regionalen Gesundheitsämter können unterschiedliche Auflagen machen.