Skaten unter der Brücke

Mario Schöneberg

Von Mario Schöneberg

Mo, 02. Mai 2022

Gottenheim

Gottenheim soll Skater-Anlage bekommen, wenn sich Helfer finden.

. Wenn sich genug ehrenamtliche Helfer finden, die beim Bau und bei der Pflege helfen, bekommt Gottenheim unter der Brücke beim Netto-Markt eine Skater-Anlage. Dies beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig. Initiator Matthias Wattinger stellte seine Ideen vor.

"Oft wird eine Skater-Anlage auf einem alten Parkplatz gebaut, zwei Jahre später kommt sie wieder weg", erklärte Bürgermeister Christian Riesterer. Daher wolle man so ein Projekt in Gottenheim anders angehen und die künftigen Nutzer von Anfang an mit ins Boot nehmen. Dass man etwas für die Gottenheimer Jugend tun möchte, ist schon länger Konsens im Gemeinderat, zumal das Angebot und die Nutzung des Jugendclubs schwankend sind. Im Zuge der Haushaltsberatungen hat der Rat für so ein Jugendprojekt ein Budget von 15 000 Euro bewilligt.

Nun sei Matthias Wattinger, selbst begeisterter Skateboard-Fahrer, auf ihn mit der Idee zugekommen, den Platz unter der so genannten Netto-Brücke am Ortseingang, von Bötzingen kommend, für eine kleine Skater-Anlage zu nutzen, erklärte Riesterer. Ein Vorteil wäre, dass die Anlage dann sogar überdacht sei, zum anderen sei der Platz schon heute ein Treffpunkt für Jugendliche und entsprechend oft vermüllt. Daher sei es ganz wichtig, so der Bürgermeister, die Jugendlichen von Anfang an zu beteiligen. Die Hoffnung sei, dass sie, wenn sie an der Entstehung mitarbeiten, später ihre Skater-Anlage auch pfleglich behandeln und Verantwortung übernehmen. Und es wäre ein Projekt "ganz im Zeichen einer aktiven Jugend- und Bürgerbeteiligung".

Eigentümer der Brücke sei das Land, erläuterte Riesterer, daher habe es anfangs von dort auch Bedenken gegeben. "Da haben wir als Gemeinde gesagt, wenn das Land als Eigner dagegen ist, muss es künftig auch regelmäßig für die Reinigung des Areals sorgen. So kamen wir dann doch ins Gespräch." Die Rahmenbedingungen, so der Bürgermeister, seien nun geklärt und würden in einem ausführlichen Nutzungsvertrag zwischen Land und Gemeinde festgeschrieben.

Die vorläufigen Planungen für die kleine Skater-Anlage stellte später Wattinger vor. Wichtig sei eine gute Abgrenzung zum benachbarten Wirtschaftsweg, damit dort keine Gefahren entstünden. Auch der steinerne Unterbau der Brücke würde gesichert und mit einer Folie vom Aufbau getrennt, so dass die betonierte Skater-Anlage jederzeit zurückgebaut werden könne.

Wattinger, der seit 2019 in Gottenheim wohnt, engagiert sich im 2017 gegründeten Freiburger Skateboarding Verein, der sich als Förderer der Freiburger Skateboard-Kultur und als Interessenvertretung der aktiven Skateboarder versteht. Mit Vereinsmitgliedern hat Wattinger schon in Freiburg Skate-Anlagen gebaut oder modernisiert. "Zusammen mit interessierten Jugendlichen aber auch deren Eltern wollen wir die relativ kleine Anlage unter der Brücke Stück für Stück in mehreren Arbeitseinsätzen aufbauen." Aufrufe soll es ab sofort in sozialen Medien geben. Und Wattinger möchte später auch Skateboard-Kurse für Jugendliche anbieten.

Die Anlage werde später genau so wie jeder Spielplatz abgenommen und regelmäßig überprüft, erklärte Bürgermeister Riesterer zum Thema Sicherheit. Und er stellte klar: "Ohne Beteiligung interessierter ehrenamtlicher Helfer wird hier nichts gebaut."