Wintersport

Skicrosser Florian Wilmsmann rast beim Weltcup am Feldberg auf Platz zwei

Andreas Strepenick

Von Andreas Strepenick

Sa, 16. Februar 2019 um 12:57 Uhr

Wintersport

Florian Wilmsmann aus Tegernsee fährt beim Weltcup der Skicrosser am Feldberg das Rennen seines Lebens und wird Zweiter. Daniela Maier aus Furtwangen schafft es auf Rang zehn.

Es waren fantastische Bedingungen für die Wintersportler am Samstagmorgen am Feldberg, während in der Rheinebene schon der Vorfrühling Einzug hielt: Die Region Südbaden bot wieder einmal die größtmöglichen Kontraste. Sieben Grad minus zeigte das Thermometer um 7.30 Uhr in den schattigen Seitentälern rund um den Höchsten an, doch dann ging die Sonne an einem strahlend blauen Himmel auf, und auch am Seebuck wurde es schnell wärmer.

Vierer-Finals wurden vorverlegt, um die Piste zu schonen

Um die mit 40000 Kubikmetern Schnee erbaute Spezialpiste für die Skicrosser zu schonen, waren die Vierer-Finals für den ersten der beiden Weltcups am Samstag schon auf 9.45 Uhr vorverlegt worden. Bis Sonntag, bis zum zweiten Weltcup, muss die exakt 820 Meter lange Strecke mit ihren 120 Höhenmetern noch halten.

Wie vor einer Woche die Snowboardcrosser rasten nun die Skicrosser auf zwei Brettern zu Tal und hatten insgesamt 22 Schwierigkeiten zu meistern: Wellen (Roller), Steilwandkurven (Banks) und Sprungpassagen (Kicker). Daniela Maier, die junge Schwarzwälderin vom SC Urach, hatte in der Qualifikation am Donnerstag bereits mit Rang sechs geglänzt. Doch im Viertelfinale, ihrem ersten Vierer-Heat im Finale am Samstag, lief es dann nicht mehr ganz so gut. Lange hielt sie sich auf Platz drei und wollte sich in der Schlusspassage aus dem Windschatten heraus noch auf Rang zwei vorschieben. Doch in diesem Augenblick fuhr ihr die viertplatzierte Andrea Limbacher aus Österreich von hinten auf den Ski. Damit war die Chance der Skicrosserin aus Furtwangen dahin, noch den Sprung ins Halbfinale zu schaffen. Am Ende blieb Platz zehn für sie.

"Eigentlich war der Lauf ganz gut", sagte sie der Badischen Zeitung. "Ich habe ein bisschen auf die Zielgerade hin taktiert." Aber das sei eben Skicross. "Es ist leider ein bisschen blöd gelaufen. Aber jetzt versuche ich, morgen noch einmal alles zu geben." Am Sonntag findet der zweite Skicross-Weltcup am Feldberg statt. Heidi Zacher, Star der deutschen Crosser-Szene vom SC Lenggries, scheiterte ebenfalls schon in ihrem Viertelfinal-Rennen. "Ich hatte einen sehr schwierigen Heat mit der aktuellen Weltmeisterin und der Olympiasiegerin", sagte sie. "Die haben mich gleich nach dem Start ein bisschen in die Zange genommen." Immerhin, so Zacher, sei es ihr gelungen, einen Sturz zu vermeiden. Die 30-Jährige wurde am Ende 13., bekommt am Sonntag aber ebenfalls ihre nächste Chance. Am Samstag siegte die Schwedin Sandra Naeslund vor ihrer Landsfrau Lisa Andersson und der Französin Alizee Baron.

Wilmsmann erreicht mit Platz zwei sein bislang bestes Ergebnis

Während die beiden Starterinnen des Deutschen Ski-Verbands (DSV) also schon früh scheiterten, lief es bei den Männern besser. Gleich zwei von ihnen, Florian Wilmsmann vom TSV Hartpenning südlich von München und Daniel Bohnacker aus Blaubeuren in der Nähe von Ulm, meisterten erst das Achtel- und dann auch das Viertelfinale. Bohnacker schaffte es schließlich auf Platz sieben, und Wilmsmann erreichte sogar das Finale der besten vier Starter. Das war für den 23-jährigen Sportsoldaten außergewöhnlich. Seit 2015 fährt der Freestyle-Skier im Weltcup der Skicrosser mit, seine beste Platzierung war bis zum Samstag ein siebter Platz gewesen.

Dann ging er im Finale zu Tal und raste dem bislang größten Erfolg seines Lebens entgegen. Nur der Schweizer Ryan Regez war am Ende noch schneller als Wilmsmann, auf Platz drei schaffte es der Kanadier Kevin Drury. Wilmsmann strahlte bis über beide Backen. "Platz zwei ist gigantisch", sagte er der BZ, "ich bin super-happy." Überhaupt war "super" das Wort, das ihm im Ziel am häufigsten über die Lippen ging: "Super Strecke, super gemacht, super organisiert", sagte er über die Spezialpiste und die Arbeit des Ausrichters Hochschwarzwald Tourismus GmbH, der wieder auf die Unterstützung von rund 300 Helferinnen und Helfern zählen konnte. "Geile Skier" habe er gehabt, fügte "Flo" hinzu und lobte auch die Arbeit der Wachser. "Oma und Opa sind hier, meine Eltern sind hier: Der Heim-Weltcup am Feldberg war der beste Ort, mein bestes Ergebnis auszupacken."

Sieben von elf deutschen Crossern sind am Sonntag qualifiziert

Am Sonntag soll der zweite Skicross-Weltcup gestartet werden. Sieben von elf Crossern des Deutschen Ski-Verbands haben sich am Freitag dafür qualifiziert, darunter Daniela Maier als Dritte und Heidi Zacher auf Rang 15. Offen war am Samstagmittag noch, ob auch der Start für das zweite Rennen vorverlegt wird. Nach dem bisherigen Plan soll es um 11.30 Uhr beginnen. Wegen der hohen Temperaturen tagsüber gingen die Skifahrer am Samstag aber bereits um 9.45 Uhr ins Rennen.

Der Ski-Winter ist aus Schwarzwälder Sicht am Sonntag aber noch lange nicht beendet. Bereits nächsten Dienstag beginnt im österreichischen Seefeld die Nordische Ski-Weltmeisterschaft. Sechs bis sieben Athletinnen und Athleten des Skiverbands Schwarzwald können damit rechnen, für die Wettkämpfe nominiert zu werden. Skispringerinnen und Skispringer, Skilangläuferinnen und Skilangläufer sowie Nordische Kombinierer kämpfen bis zum Sonntag, 3. März, in den österreichischen Alpen um WM-Medaillen. Dann heißt es noch einmal zwei Wochen warten, bevor die Wintersportsaison im Schwarzwald in Schonach ihren Abschluss findet. Die Nordischen Kombinierer wollen am Wochenende des 15. bis 17. März im Skidorf wieder ihr Weltcup-Finale über die Bühne bringen.