Ein Visionär des Frauenskispringens

Joachim Hahne

Von Joachim Hahne

Di, 04. August 2020

Skispringen

Hans-Georg Schmidt, der sich beim SC Schönwald und im Skiverband engagierte, ist verstorben.

(ah). Die Schwarzwälder Wintersportler trauern um Hans-Georg Schmidt. Der 68-jährige ehemalige Bürgermeister von Schönwald ist kürzlich überraschend verstorben. Mehr als 32 Jahre stand der in Stuttgart aufgewachsene, ausgebildete Diplom-Verwaltungswirt an der Spitze der Schwarzwaldgemeinde. Gesundheitsbedingt verzichtete der bei seiner Wahl einst jüngste Bürgermeister im Schwarzwald-Baar-Kreis im Jahr 2013 auf eine erneute Kandidatur.

Neben seinem beruflichen Engagement in Schönwald war der Skisport eine Herzensangelegenheit für Hans-Georg Schmidt. Im Dezember 1984 beerbte er Hans Göppert als Vorsitzender des SC Schönwald. Schmidts Amtszeit bis zum plötzlichen Tod währte 36 Jahre. Er war eine der Triebfedern der Schwarzwälder Springertournee, die mehr als ein Vierteljahrhundert in Titisee-Neustadt und auf der Adlerschanze in Schönwald ausgetragen wurde. Im Gewann Weißenbach machte sich der Verstorbene für den Bau einer Wettkampf- und Trainingsanlage mit Rollerstrecke für die Biathleten und Skilangläufer stark.

Kuner: "Der Skiverband verliert eine Persönlichkeit"

Schlechthin galt Schmidt als Visionär für das Frauen-Skispringen in Deutschland. Er klopfte vehement beim Deutschen Skiverband (DSV) und dem Internationalen Skiverband (FIS) an, um eine Akzeptanz der jungen Disziplin für das weibliche Geschlecht zu erreichen. Tochter Michaela gehört zu den ersten Vorzeigespringerinnen. Über den "Ladies Cup" entwickelten sich das Frauenskispringen bis zum heutigen Weltcup weiter.

Beim Skiverband Schwarzwald (SVS) fungierte der gebürtige Schwabe von 2001 bis 2007 als Vizepräsident Ski Nordisch. Ob seiner langjährigen Verdienste um den Wintersport wurden ihm seitens des SVS und DSV zahlreiche Ehrungen zuteil. "Der SVS verliert mit Hans-Georg Schmidt eine Persönlichkeit, die sich um den Skisport im Schwarzwald sehr verdient gemacht. Mit Fug und Recht darf er als geistiger Vater des Frauenskispringens angesehen werden", sagte SVS-Präsident Manfred Kuner und würdigte damit Schmidts Wirken.